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25. September 2011 19:00 Uhr

Ellinor Holland Kunstpreis

Festakt im Stadttheater

Viele Gäste des Festakts im Stadttheater hatten auf Martin Paulus gesetzt. Große Feier im Foyer Von Fotos: Thorsten Jordan Text: Alois Kramer

Landsberg Kaum sind bei der Verleihung des Ellinor Holland Kunstpreises am Samstagabend die letzten perlenden Takte von Franz Liszts „Ungarischer Rhapsodie“ auf dem Klavier des Landsberger Stadttheaters verklungen, tritt der Chefredakteur der Augsburger Allgemeinen, Dr. Markus Günther aufs Podium. Die Spannung steigt. Aber Günther macht es gnädig kurz. Um 21.17 Uhr gibt er den Namen des diesjährigen Preisträgers des Ellinor Holland Kunstpreises bekannt. Es ist der Landsberger Künstler Martin Paulus. Die Anspannung lässt nach.

Für viele Besucher war das keine Überraschung, wie sich nach der Preisverleihung bei Gesprächen im Foyer herausstellt. Günther erklärt noch in seiner Ansprache: „Dieses Bild lässt keinen kalt.“ Es ist für die fünfköpfige Jury, darunter Günther, die gelungenste Interpretation des vorgegebenen Themas „Landsberger Ansichten“.

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„Das hab ich von Anfang an geahnt“, flüstert noch im Zuschauerraum Elke Hartmann ihrem Mann zu. „Das Bild ist ungemein interessant, verstörend, aber auch in einer gewissen Weise schön.“

Authentisch und überzeugend mutig

Andreas Kuhnlein, erster Ellinor Holland Kunstpreisträger 2010 und Mitglied der Jury: „Das war für mich klar. Die Arbeit von Paulus ist authentisch und überzeugend, mutig, dabei nicht moralisierend oder plakativ. Gut hat Paulus auch mit den beiden kleinen Holztafeln links und rechts des Bildes den Ausgang und die Zukunft dargestellt. Kunst heißt für mich, das Innere nach außen zu kehren und zu zeigen. Das ist Kunst. Sie muss Bewegung in die Köpfe bringen.“ Kurt Tykwer, der Leiter des Filmforums im Stadttheater, sieht es als ein Geschenk an, dass die Jury dieses Bild ausgewählt hat. „Ich hatte keinen Zweifel, dass Paulus den Preis bekommt. Das Bild gefällt mir unheimlich gut. Da steckt so viel drin.“

Gerhard Heitzer, Vorsitzender der Künstlergilde Landsberg-Lech-Ammersee, hat ebenso erwartet, dass Martin Paulus den Preis bekommt: „Er hat das größte Renommee“, sagt er, „es ist natürlich schwierig, zwischen den einzelnen Arbeiten zu entscheiden, aber ohne Frage ist das Bild von Martin Paulus die tiefste Arbeit.“ Jusha Mueller, Künstlerin, die selbst zum Kreis der Nominierten zählte, findet den Preis wohlverdient und freut sich mit Martin Paulus. Dr. Thomas Goppel, Staatsminister a. D. und Landtagsabgeordneter, der im vergangenen Jahr in der Jury war, ist froh, dass er dieses Mal nur als Stimmkreisabgeordneter zugegen sein musste. „Ich habe heute zwei Ausstellungen eröffnet und war insgesamt auf vier.“ Goppel stellt lobend fest: Die Tatsache, dass eine Zeitung wie das Landsberger Tagblatt ein solches Ereignis zustande bringt, dass sie es schafft, so viele Menschen auf die Straße zu bewegen, zeigt, wie sehr sie hier zu Hause, wie sehr sie angekommen ist.“ Martin Paulus konnte sich an diesem Abend nicht nur über den mit 2000 Euro dotierten Kunstpreis freuen, sondern hatte auch gleich zwei Kaufinteressenten für sein Bild. „Das überrascht mich alles sehr, ich bin sehr glücklich. Über den Preis für das Bild habe ich mir noch keine Gedanken gemacht, das muss ich erst noch kalkulieren.“ Paulus wurde 1961 in Landsberg geboren und besuchte von 1982 bis 1988 die Akademie der Bildenden Künste in München. 1988 arbeitete er zusammen mit Thomas Riemerschmid an einem Denkmal auf dem Gelände des ehemaligen KZ Kaufering VII. Er arbeitete an dem Spielfilm „Walk me home“ von Timothy Neat, John Berger und Nella Biekski (1992) mit und 1993 am Stummfilm „Der Grenzmarch-Verrucker“ von Jochen Proske. Die Wanderausstellung „Ein Ort wie jeder andere“ wurde 1995 in zahlreichen deutschen Großstädten gezeigt. Martin Paulus’ Bilder wurden durch die Bayerischen Staatsgemäldesammlungen und zahlreiche andere private und öffentliche Sammlungen angekauft. Er erhielt Preise und Auszeichnungen, unter anderem 1990 ein Graduierten-stipendium der Akademie der Bildenden Künste in München. 1991 bekam Paulus den Kunstförderpreis der Stadt Landsberg, 1992 war er offizieller deutscher Künstler für Olympia 92 in Barcelona. Er veröffentlichte mehrere Bücher, unter anderem „Die Alben“ und „Silber am Himmel“ (2010).

Gefeiert wurde im Foyer des Stadttheaters bis in den frühen Morgen – mit zahlreichen Ehrengästen aus dem Kulturbereich und der Politik. Unter den Gästen waren auch die zwei stellvertretenden Chefredakteure der Augsburger Allgemeinen, Walter Roller und Gerd Horseling sowie Pressedruck-Personalchef Hannes Mäckel.

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