Kaufering, Hurlach Noch im Oktober sollen umfangreiche Bauarbeiten auf der B17 zwischen den Anschlussstellen Hurlach und Igling stattfinden. Wie mehrfach berichtet, lässt die Marktgemeinde Kaufering in Eigenregie auf rund 3,5 Kilometern Länge Flüsterasphalt auftragen, um Verkehrslärm, der bei gewissen Witterungslagen in den Westen des Ortes dringt, zu verringern. Am Mittwoch erfolgte die Submission, die Auftragsvergabe soll nächste Woche erfolgen.
Bis zu 650.000 Euro hatte die Marktgemeinde in ersten Berechnungen für das Projekt veranschlagt. „Es wird aber spürbar billiger für uns“, sagt Bürgermeister Dr. Klaus Bühler. Sechs Firmen haben Angebote abgegeben. Wer den Zuschlag erhält, darüber wird der Marktgemeinderat nächsten Mittwoch in nicht-öffentlicher Sitzung entscheiden. Finanziert wird die Maßnahme über Grundstücksverkäufe. Trotz der Einhaltung aller gesetzlichen Lärmwerte beim Bau der neuen Bundesstraße gab es seit Öffnung der autobahnähnlichen Trasse im September 2009 immer wieder Beschwerden über Verkehrslärm von Bürgern aus dem Kauferinger Westen.
Ursprünglich war geplant, dass der Flüsterasphalt nachts aufgetragen wird, um den Verkehr so wenig wie möglich zu beeinträchtigen. Nun steht aber fest, dass die Bundesstraße während der Arbeiten jeweils komplett gesperrt wird, wie Bürgermeister Dr. Klaus Bühler auf Nachfrage mitteilt. „Nachtbaustellen richten die Firmen aus Sicherheitsgründen nur in Extremfällen ein.“ So werde die Bundesstraße pro Fahrtrichtung jeweils fünf Werktage lang für Bauarbeiten zwischen den Anschlussstellen Hurlach und Igling gesperrt. Wann es losgehen soll, ist noch offen. „Wir hoffen auf einen Goldenen Oktober nach der Schlechtwetterphase, die jetzt kommen soll“, sagt der Rathauschef. Denn die Straßenbauarbeiten könnten nur bei trockener Witterung und Asphalttemperaturen von acht Grad durchgeführt werden.
Umleitung über alte B17
Für Autofahrer heißt es dann: Umleitung. Eine offizielle verkehrsrechtliche Anordnung gibt es zwar noch nicht, aber Andreas Giampa vom Kauferinger Bauamt erläutert die geplante Umleitungsstrecke. „In Fahrtrichtung Süden wird ab der Anschlussstelle Hurlach ausgeleitet, und der Verkehr fließt auf der alten B17 in Richtung Landsberg.“ Etwas komplizierter sieht die Umleitung während der Sperrung der Fahrspuren in Richtung Augsburg aus. Nach Angaben Giampas sollen die Verkehrsteilnehmer auf der A96 – sowohl von Lindau als auch von München kommend – auf die Sperrung der Anschlussstelle Igling hingewiesen, in Richtung Autobahnausfahrt Landsberg-Nord geleitet und von dort auf die ehemalige B17 und heutige Kreisstraße LL20 geführt werden.
Unmut in Hurlach
Der Verkehr auf der B17, von Schongau kommend, wird ebenfalls im Verteilerkreisel in Richtung Landsberg-Nord gebracht. „Im Kreisverkehr selbst gibt es dann keine Beschilderung mehr. Wer die ersten Hinweise verpasst hat, hat dann noch die Möglichkeit ab der Anschlussstelle Igling auszufahren und wird über Igling und Hurlach geleitet“, sagt Andreas Giampa. „Die Umleitung über Igling und Hurlach soll so glimpflich wie möglich ablaufen.“ In der „Nachbarschaft“ herrscht trotzdem Unmut. In der jüngsten Hurlacher Gemeinderatssitzung bereitete die Süd-Nord-Umleitung den Gemeinderäten Kopfzerbrechen. Denn diese sei ursprünglich komplett über die Kreisstraße Igling-Hurlach geplant gewesen, wie es hieß. Laut Bürgermeister Wilhelm Böhm wurde die Umleitung nach mehreren Gesprächen und Einwendungen beim Straßenbauamt geändert.