Dießen Das Thema Energie ist im SOS-Kinderdorf in Dießen allgegenwärtig. Zum einen setzt der SOS-Kinderdorf-Verein bei Neubauten schon seit Jahrzehnten auf umweltfreundliche, erneuerbare Energien. Zum anderen sucht Dorfleiter Erich Schöpflin derzeit nach einem umweltfreundlichen Ersatz für die kostenintensive Zentralheizung der Ursprungshäuser aus den 1950er-Jahren. „Einfach ideal“ ist für ihn daher das Geschenk, das ihm die S.A.G. Solarstrom AG aus Freiburg gemacht hat: Eine 11,4-Kilowattpeak-Fotovoltaikanlage, die nicht nur Betriebskosten spart, sondern auch Erträge abwirft und einen Marktwert von 22000 Euro hat.
„Die Ausrichtung der Häuser im SOS-Kinderdorf ist perfekt für die Belegung mit Fotovoltaik“, erklärt Axel Beese, Leiter Operations bei S.A.G. Solarstrom AG. Er rechnet deshalb mit rund 11200 Kilowatt-stunden an Ökostrom, die die neue Fotovoltaikanlage pro Jahr erzeugt. Das decke den Strombedarf von drei Vier-Personen-Haushalten und bedeute jährlich rund 3300 Euro an Einnahmen aus der Einspeisung für das SOS-Kinderdorf.
In nur knapp zwei Tagen hatte der S.A.G.-Partner DHB aus Unterthingau, einer von 85 S.A.G.-Partnern in Deutschland, die Anlage unter tatkräftiger Mithilfe der SOS-Dorfmeisterei auf dem Dach des Apartmenthauses installiert und in Betrieb genommen. An einem gut sichtbaren Schild über dem Eingang kann seitdem abgelesen werden, wie viel Strom die Anlage aktuell produziert, wie viel sie insgesamt schon erzeugt hat und wie viel Kohlendioxid sie einspart.
„Mehr Energie für Kinder“ steht neben den Anzeigen auf dem Schild – und das ist auch der Name des Spendenprojekts der S.A.G. Solarstrom AG. Die Anlage in Dießen ist nämlich schon das mittlerweile vierte Projekt, mit dem das international tätige Unternehmen aus Freiburg SOS-Kinderdörfer unterstützt.
Dass die Wahl diesmal auf Dießen fiel, freut SOS-Dorfleiter Schöpflin sehr. Schließlich haben Umweltbewusstsein und innovative Projekte hier Tradition. So ist das im Oktober eingeweihte „Haus Mosaik“ ein Niedrigenergie-Effizienzhaus, das über Sonnenkollektoren und eine Luft-Wasser-Wärmepumpe beheizt wird. Und auch das von Karin Stoiber initiierte und 1995 in Betrieb genommene „Sonnenhaus“ war zu seiner Zeit mit Sonnenkollektoren und einer Erdwärmepumpe ein Pionierprojekt. Zudem hat das SOS-Kinderdorf kürzlich zu einem Ökostrom-Anbieter gewechselt. (lt)