St. Ottilien Zum neunten Mal begrüßte das Schülerblasorchester des Rhabanus-Maurus-Gymnasiums St. Ottilien seine Gäste zum jährlichen Adventskonzert im Festsaal der Schule. Vor dem voll besetzten Saal spielten die jungen Musiker mit ihren jahreszeitlich passenden Liedern die Zuhörer in fröhliche, vorweihnachtliche Laune und wurden mit viel Applaus bedacht.

Nach einer kurzen Ansprache von Orchesterpräsidentin Clara Eichberger trat Konzertmeister Hans Günter Schwanzer ans Pult. 1960 in Landsberg geboren, musizierte er selbst als Mitglied des Schülerblasorchesters St. Ottilien (SBO). Nach dem Abitur folgte ein Musikstudium in München und mit Meisterkursen bei Solisten der Münchner und Berliner Philharmoniker rundete er seine Ausbildung ab. Obwohl ihm als Lehrer der Städtischen Musikschule Landsberg, Dirigent der Stadtjugendkapelle und des Landsberger Blechbläserensembles nur wenig Zeit bleibt, ist er seit Jahren als Dirigent des SBO bekannt und geschätzt. Mehrfach lobte er sein junges Orchester, das sich nicht nur musikalisch bestens ausdrücken kann, sondern darüber hinaus auch die eigene Verwaltung und Organisation völlig selbstständig meistert.
So viel Freiraum schafft Selbstbewusstsein, was auch in der Stückauswahl deutlich wird. Beim Einstudieren eines Walzers beispielsweise stoße er immer zunächst auf Widerstand, den er aber für das Adventskonzert hatte "brechen" können. Schwanzers Überzeugungsarbeit ist es also zu schulden, dass sich die Zuhörer an Emil Waldteufels "Schlittschuhläufer" erfreuen konnten, das von den jungen Musikern mit ebenso viel Begeisterung gespielt wurde, wie der groovige Popsong von Maria Carrey "All I want for Christmas is you", oder die bekannten Evergreens wie "Winter Wonderland" von Felix Bernard und "White Christmas" von Irving Berlin, ein weltweiter Weihnachtshit, der den amerikanischen Sänger und Musiker Bing Crosby unsterblich werden ließ.
Natürlich durften in der Adventszeit, der "Zeit der freudigen Ankunft", wie Schwanzer sagte, "die Hausgötter des Hochbarock" nicht fehlen: mit Johann Sebastian Bachs Kantate "Bist Du bei mir" und Georg Friedrich Händels "Sarabande" zeigte das SBO sich auch von der klassisch-festlichen Seite.
Mit einer Ballade für Solo-Oboe und Orchester des Zeitgenossen Jan de Haan, bei dem Clara Eichberger den Solopart klangvoll und versiert intonierte, leitete Schwanzer über zu den beschwingteren Stücken wie "Sleigh ride" von Leroy Anderson oder der Petersburger Schlittenfahrt von Richard Eilenberg.
Großer Bahnhof für den Nikolaus
Neben dem Hörgenuss bescherten die rund 80 Orchestermitglieder ihrem ahnungsvollen Dirigenten und dem überraschten Publikum auch ein optisches Erlebnis, denn nicht nur die Weihnachtsdekoration auf der Bühne mehrte sich von Stück zu Stück, sondern es tauchte sogar der Nikolaus in persona auf. Auf einem selbstgebauten, fahrbaren Thron, dem Papamobil nicht unähnlich, schoben die "Tubisten", die ihre Instrumente auf Schlitten gebunden hatten und diese hinter sich herzogen, einen verkleideten Orchesterkollegen in den Saal, der, wie es sein Kostüm erwarten ließ, Süßigkeiten verteilte. So kamen zu Rentiergeweihen, bunten Weihnachtskugeln und funkelndem Lametta auf der Bühne, noch der Nikolaus am Schlagzeug und 'tönende Schlitten' hinzu.
In dieser glitzernden, vorweihnachtlichen Pracht war das Tüpfelchen auf dem i ein von Flötistin Christine Bergmaier geschriebenes Gedicht, in dem sie nicht nur den stressigen Advent mit seiner Geschenkejagd humorvoll darstellte, sondern auch die kommenden Termine des SBO und die Bitte um eine Spende für das Orchester dem Publikum auf launige Art nahebrachte.
Mit "Leningrad" von Billy Joel als Zugabe verabschiedete sich das SBO und entließ die begeistert applaudierenden Zuhörer in den fröhlichen Ausklang des Konzerts bei Punsch und Plätzchen im Foyer.
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