Greifenberger Gemeinderat kritisiert Beschluss des Kreisausschusses

Greifenberg Der Greifenberger Gemeinderat kritisiert den Beschluss des Kreisausschusses, das sanierungsbedürftige Nichtschwimmerbecken im Warmfreibad zu verfüllen. An dem Platz soll nach dem Willen der Kreispolitiker ein Spielplatz errichtet werden.
„Die Bevölkerung will das nicht“ sagte Bürgermeister Johann Albrecht in der Sitzung am Montagabend. Mit seinen Bürgermeisterkollegen Peter Wittmaack (Schondorf) und Siegfried Luge (Eching) habe er diesbezüglich bereits Gespräche geführt. Hermann Schneider erklärte, „für einen Kinderspielplatz wird niemand Eintritt zahlen“, außerdem gebe es bereits einen Spielplatz auf dem Gelände. „Wir sollten auf jeden Fall schriftlich intervenieren“, forderte Alois Schön. Werner Maus brachte eine Unterschriftenaktion ins Gespräch. „Ich würde mich dafür zur Verfügung stellen.“
Jedes Jahr eine Million Euro Kreisumlage
Der Vorschlag von Thomas Schmelcher, ein Signal zu setzen, „dass wir uns eventuell finanziell an der Sanierung des Beckens beteiligen“, fand keine generelle Zustimmung. „Wir zahlen jedes Jahr rund eine Million Euro Kreisumlage und unterstützen damit Projekte, die nicht nur dem Wohl der Gemeinde Greifenberg dienen“, sagte Zweiter Bürgermeister Schneider, da könne der Landkreis schon auch mal Geld in die Hand nehmen und das Becken sanieren.
Insgesamt wurde am Ratstisch die Befürchtung laut, dass die geplante Verfüllung des Beckens „der Einstieg zum Ausstieg“ sein könnte. „Wir werden unseren Unmut schriftlich kundtun“, versprach Bürgermeister Albrecht, der Brief werde rechtzeitig zur nächsten Kreistagssitzung (Dienstag, 20. Dezember) verfasst. Ebenfalls von der Gemeinde vorbereitet und an öffentlichen Plätzen ausgelegt werden Unterschriftenlisten.
Der Kreisausschuss hatte in seiner jüngsten Sitzung beschlossen, aus Kostengründen das 33 Meter lange Nichtschwimmerbecken zu schließen. Eine Sanierung der Rohrleitung würde mindestens 60000 Euro kosten, hieß es. Außerdem verursache der Betrieb jährlich einen Aufwand von rund 10000 Euro. Demgegenüber würden eine Stilllegung des Beckens und die Errichtung eines Spielplatzes rund 50000 Euro kosten. Ein Teil des Geldes soll von einem noch zu gründenden Förderverein aufgebracht werden, so die weiteren Überlegungen im Kreisausschuss. Der Bäderleiter im Landratsamt, Thomas Zeck, geht davon aus, dass damit das Warmfreibad für Familien weiterhin attraktiv bleibe.
Schondorfs Bürgermeister Peter Wittmaack, der selbst in der gemeinsamen Sitzung des Kreis- und Finanzausschusses als Mitglied des Finanzausschusses anwesend war, sagte auf Anfrage nach dem Gespräch mit seinem Greifenberger Kollegen Albrecht, dass „über die Erwägungen der Greifenberger nochmals nachgedacht werden sollte“. In der Nachbarkommune werde befürchtet, dass eine Zukunft des Bades nicht mehr gewährleistet sein könnte. Diese Sorge teile er durchaus auch und ihm sei wichtig, die Freizeitstätte zu erhalten.
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