Ihr Ursprung ist genauso geheimnisvoll wie ihre Rituale: 800 vor Christus waren sie einfach da, bevölkerten nach und nach ganz Europa, huldigten ihren rund 300 Göttern und kämpften unerschrocken. Mit riesigen Gräbern und einer Viereckschanze haben die Kelten auch in Reichling ihre Spuren hinterlassen. Diese erweckte Siegfried Schmid in einem ebenso spannenden wie humorvollen Vortrag vor gut 80 Zuhörern zu neuem Leben.
Die Kelten würden oft unterschätzt, so Schmid. Sie hatten zwar zu wenig staatsbildnerische Fähigkeiten, um ein Großreich zu etablieren. Doch besaßen sie eine eigene Sprache, Schrift, Kultur und Religion. Zudem waren sie gewiefte Geschäftsleute, die rasch erkannten, wie wertvoll das neu entdeckte Eisen war und einen großen Handel damit aufzogen.
So vermutet Schmid, dass die Römerstraße vom Bodensee in den Osten zuerst von den Kelten als Handelsstraße genutzt wurde – und dass das direkt daran gelegene Reichling sehr zur Freude von Bürgermeisterin Margit Horner-Spindler damit „wichtiges Keltenland“ war.
Zeugen der Besiedelung sind unter anderem die baumbewachsenen Keltengräber an der Straße vonReichling nach Ludenhausen. Ob sie noch Grabkammern beherbergen, ist nicht bekannt. Doch zeigte Schmid den Zuhörern, wie die Grabmäler ausgestattet waren: In der eingetieften, mit Balken ausgekleideten Grabkammer befanden sich eine bequeme Liege für den Toten sowie Wein, Lebensmittel, Schmuck und der vierrädrige Wagen, mit dem die Leiche in die Kammer gebracht wurde und mit dem der Tote weiter reisen sollte. mehr dazu lesen Sie in der Printausgabe des Landsberger Tagblatts.