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Konzert: Gut und aufregend

Konzert

Gut und aufregend

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    Im Kunstraum Schwifting. links Norbert R. Stammberger mit Markus Wenninger.
    Im Kunstraum Schwifting. links Norbert R. Stammberger mit Markus Wenninger. Foto: Foto: Romi Löbhard

    Schwifting Vermutlich lag es an der Fülle des derzeitigen kulturellen Angebots, dass das jüngste Konzert im Kunstraum Schwifting - Kurt Tykwer sprach vom schwächsten Besuch überhaupt – nicht die gewohnte Zahl an Zuhörern hatte. Die Musik, neue Kompositionen für E-Klarinette, wird es nicht gewesen sein, denn die war gut, aufregend, spannend. Markus Wenninger spielte Werke von Norbert R. Stammberger, letzterer war anwesend und konnte den Zuhörern Rede und Antwort stehen.

    Das Konzert war schon allein aus dem Grund wert, besucht zu werden, um die Begeisterung von Stammberger und Wenninger für Neue, zeitgenössische, elektronische Musik zu Sehen, zu hören und zu spüren. Der Komponist freute sich, seine Werke hören zu dürfen und konnte schier nicht genug davon bekommen, Wenninger nahm jede Anstrengung in Kauf, spielte schwierigste Passagen fast mit Leichtigkeit, war amüsiert, wenn etwas eigentlich nicht mehr Spielbares doch gelang. Im ersten Stück des Abends war die künstliche Musik(Geräusch)kulisse vorgegeben. Der Klarinettist spielte sein Instrument und fügte den musikalischen Background dazu, ebenfalls nach Vorgeben in der Partitur.

    Bei der zweiten Komposition hat Wenninger selbst Impulse eingegeben, die Elektronik hat Algorhythmen angelegt und wieder ausgespuckt. Der Musiker musste jetzt „nur noch“ das Ganze richtig mischen und natürlich, Klarinette dazu spielen. Deren Phrasen waren mal glatt und schlank, mal krätzig und hart. Gab es einmal einen musikalischen Sprung, dann fiel dieser groß und heftig aus. Das für Markus Wenninger wohl anstrengendste Stück beendete auch den musikalischen Abend im Kunstraum. Viele Takte lang bewegten sich die Töne in Bereichen, die kaum ein Klarinettist spielen möchte und meist auch nicht kann. Höher geht’s kaum, und doch schaffte es der Musiker, die Töne rein zu blasen, da rieb sich nichts. Zwischendrin improvisierten Markus Wenninger (Klarinette) und Norbert R. Stammberger (Saxophon), zur Erholung, konnten die Zuhörer mit den beiden Musikern sprechen und hören, wie Neue Musik zustande kommt, wie Stammberger komponiert und Wenninger das ganze musikalisch umsetzt. Klarinettenphrasen seien aufgeschrieben gewesen, sagt Stammberger, auch wann und wo der Musiker die Elektronik zu bedienen hat. Es sei zwar experimentelle Musik, ohne Struktur gehe aber auch hier (fast) gar nichts. „Beim Spielen möchte ich manchmal länger auf etwas rumreiten, was mir gerade gut gefällt oder wenn die Welle der Elektrik über mich drüberschwappt“, sagt Wenninger dazu, „deshalb muss ich schon mitzählen.“

    Zeitgenössische Musik sei so angelegt, erklären die beiden Musiker, dass sie eigentlich nicht spielbar ist und nur zählt, was am Ende herauskommt. „Ist es scheitern oder einfach nur schlecht, das ist typisch für das 21. Jahrhundert.“

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