Prittriching Vor ein paar Jahren konnte die Blaskapelle Prittriching das 40-jährige Bestehen feiern – von der Wiederbelebung nach mehrjähriger Zwangspause aus gerechnet. Um das Fortbestehen in den nächsten Jahrzehnten brauchen sich die Prittrichinger keine Sorgen zu machen – nach diesen Leistungen, die den Zuhörern beim Frühjahrskonzert unter der Leitung von Leonhard Kinader geboten wurden.
Entgegen kommt da sicher, dass sich in jüngerer Zeit in Prittriching ein Musikhaus mit Unterrichtsangeboten in nahezu allen Instrumentalbereichen etabliert hat, das sich im Rahmen des Konzerts mit einem kleinen Ensemble aus Kindern und Jugendlichen präsentieren durfte und mit „Erinnerungen an Zirkus Renz“ für stürmische Ovationen sorgte. In der Blaskapelle tummeln sich einige hoffnungsvolle Nachwuchstalente, wie vor allem im ersten Teil des Abends deutlich wurde. Nach einem strammen „Opening“ im Marschtempo waren das zwei Musiker aus dem Querflötenregister, die sehr gekonnt, in schönem Wechsel mit dem ganzen Orchester, die Stimmung der „Celtic Flutes“ einfingen und die Zuhörer ganz still werden ließen.
Nach dem Walzer „Herzensgrüße“ wagte sich Daniela Rieger aus dem Trompetenregister gemeinsam mit Gastmusiker Julian Krauß an ein „Concerto for two Trumpets“ von Vivaldi. Beide meisterten die schnellen Läufe sehr gekonnt mit ihren Piccolotrompeten. Die „Musikantentraum-Polka“, ein Stück, das Ernst Mosch mit seinen Egerländer Musikanten erst richtig populär gemacht hat, brachte musikalische Erholung für die Akteure auf der Bühne und die Zuhörer, bevor mit dem „Tenorgeflüster“, einer Polka von Miloslav Khás, erneut genaues Spielen und Zuhören gefragt war. Daniel Gistl und Barbara König stellten ihre Tenorhörner, die ansonsten für einen guten Gesamtklang zuständig sind, einmal in den Mittelpunkt und bewiesen bewundernswert viel Luft, Ausdauer und hohe Musikalität.
Ein Muss für ein Blasorchester
Im zweiten Teil konnte Moderator Stefan Happach nach dem Marsch „Kometenflug“ vor allem Modernes ankündigen. Mit dabei war „Eloise“, ein Hit aus den 1970ern von Paul Ryan oder „Queen in Concert“ (Bearbeitung Jan van Kraeydonck), ein Medley aus schnell wechselnden Hits. Ein Klassiker und Muss für Blasorchester ist der Swing „Puttin’ on the Ritz“, den die Blaskapelle Prittriching während des obligatorischen Probenwochenendes ausgefeilt hatte. Im Mittelpunkt des zweiten Teils stand „Oregon“, ein zauberhaftes Tongemälde von Jacob de Haan, das wunderbar die Aufbruchstimmung im Amerika des 19. Jahrhunderts beschreibt und das von allen Musikern einiges an Aufmerksamkeit forderte. Mit dem Haindling-Stück „Pfeif drauf“ als zweite Zugabe verabschiedeten sich die Musiker endgültig vom Publikum.