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Kabarett: Immer wieder Stoiber

Kabarett

Immer wieder Stoiber

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    Wolfgang Krebs – auf diesem Bild als Seehofer.
    Wolfgang Krebs – auf diesem Bild als Seehofer. Foto: Foto: Sibylle Seidl-Cesare

    Dießen Politisch wurde es am Sonntagabend beim Dießener Seefest. Drei für einen gab es mit dem Parodisten Wolfgang Krebs, der sich auf die bayerischen Ministerpräsidenten der jüngeren Vergangenheit und Gegenwart – vor allem Edmund Stoiber – spezialisiert hat. Begleitet wurde er bei seinem Bierzeltprogramm von den Bayerischen Löwen. Im nicht ganz ausverkauften Holzfestzelt beim Seefest kam aber erst gegen Ende des Programms so richtig Stimmung auf.

    Aus dem Dorfleben geplaudert

    Den Abend ließ Krebs mit einem Vereinsvorsitzenden beginnen, der sich für einen Betonwaschkübel mit Bepflanzung engagierte. Der joviale Herr plauderte dabei ungeniert Interna aus dem Dorfleben aus und gab sich klar als Franz-Josef-Strauß-Anhänger zu erkennen. Die Blaskapelle „Die Bayerischen Löwen – bavarian underground“, eine Gruppe von fünf jungen Herren, begannen mit Musik aus dem Musical „König der Löwen“. A-cappella-Pop, Blasmusik und Mundart mixt die Truppe bunt zusammen.

    Danach hatte Horst Seehofer seinen Auftritt. In seiner Fastenpredigt, getreu seinem Motto „entweder konsequent oder inkonsequent“ befasste sich Seehofer alias Krebs mit dem Niedergang seines bayerischen Politstars Karl Theodor zu Guttenberg. Auch beschäftigten ihn sein Platz in der Beliebtheitsskala deutscher Politiker und wichtiger als aktuelle Themen waren natürlich seine Umfragewerte.

    Dann waren wieder die Musiker dran, die ein Medley um König Ludwig II. strickten. Mit dem Defiliermarsch zog schließlich Edmund Stoiber ein und wähnte sich zunächst in der Augsburger Puppenkiste, was verständlicherweise beim Dießener Publikum nicht gut ankam. Auch der zerstreute Stoiber merkte das schließlich und sammelte sich in der Pause für die richtige Festrede. Stoibers schusseliges Gestammel steigerte Krebs gekonnt zum hintersinnigen Unsinn à la Karl Valentin. Er gab tiefe Einblicke in den Wolfratshausener Haushalt des Alt-Landesvaters, wo Gattin Karin demnächst „Muschis Nagelstudio“ eröffnen will.

    Noch besser wurde es beim Rhetorikseminar. Die wichtigste Visitenkarte, so lässt uns „der letzte gewählte Ministerpräsident“ wissen, sei der Anrufbeantworter. Wie man es am besten macht, demonstrierte Stoiber mit „oi“ dann gleich selbst. Stoibers Nachfolger Beckstein schickte Krebs in die Toskana mit der Selbsthilfegruppe zum Töpfern und beschäftigte sich eingehend mit der Kleiderordnung und den „zwei Maß Bier“ beim Oktoberfest.

    Auch die anderen Parteien bekamen ihr Fett weg. Die Damen der Grünen, die „Rolling Stones“ der SPD und „Für die Preißn“-Partei FDP sowie das, was nach Pauli von den Freien Wählern übrig blieb, wurden von Krebs aufs Korn genommen. Das kam beim Publikum gut an, auch die Analyse des „Fakibuk“ – ein Erfolg des Englischkurses, den Stoiber laut Krebs gerade mit dem EU-Kommissar Günter Oettinger und Außenminister Guido Westerwelle besucht.

    Steigerung erst zum Schluss

    Immer wieder baute Krebs lokale Bezüge mit in seine Reden von Stoiber, Beckstein und Seehofer ein. Allerdings blieben die Lacher im ersten Teil des Programms eher verhalten. Zum Schluss hin steigerte sich Krebs noch einmal und brachte mit seinen Ministerpräsidenten Stimmung ins Holzfestzelt. (rg)

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