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EU-Projekt: Kinder säen „blühende Landschaften“

EU-Projekt

Kinder säen „blühende Landschaften“

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    Hans Reinhart in seinem Element: Er erklärt Schulkindern die Natur.
    Hans Reinhart in seinem Element: Er erklärt Schulkindern die Natur.

    Utting Die Zustimmung war einhellig, als Hans Reinhart vorschlug, Grundschüler kleine Blumenwiesen anlegen zu lassen. Schulleitung, Kollegium, Eltern und vor allem die Kinder waren begeistert. So traf sich die Klasse 1a frühmorgens (und eine Stunde später die Klasse 1b) in der Nähe des „Sonnendachls“ mit Hans Reinhart.

    Der Vorsitzende der Teilnehmergemeinschaft Flurbereinigung (TG) hatte schon einiges vorbereitet an den beiden breiten Wegrändern, an denen die Blumenstreifen entstehen sollten: Das hochstehende Gras war bereits gemäht, die Flächen mit der Fräse gelockert. Denn einfach Blumensamen auf vorhandenes Gras werfen – das bringt keinen Erfolg. Also traten Rechen, Schaufeln und eine schwere Walze in Aktion, bevor das Saatgut eingebracht werden konnte. In geordneten Reihen begannen die Erstklässler das abgemähte, vertrocknete Gras abzurechen. „Jeder kommt dran“, bremste Hansi Reinhart die Übereifrigen ein. Nicht einmal der Besuch von Bürgermeister Josef Lutzenberger konnte sie in ihrem Tatendrang unterbrechen.

    Nun konnte jedes Kind einen Sonnenblumenkern aus der großen Tüte nehmen und sich einen Platz suchen, wo es den Kern in den Boden drücken wollte. Es steckte ein Hölzchen mit dem eigenen Namen daneben. „Die Sonnenblumenkerne müssen ein paar Zentimeter unter die Erde gelegt werden, damit sie angehen“, kommentierte Reinhart, „den anderen Samen streuen wir dann aus und planieren ihn mit der Walze“. Sonnenblumen seien für den nährstoffreichen Boden wichtig, weil sie Stickstoff speichern.

    Etwa vier Wochen wird es dauern, bis die Sonnenblumen ihre ersten Blätter aus dem Boden treiben. Dann werden die Kinder ihren Eltern beim Spazierengehen stolz „ihre“ Pflänzchen zeigen. Es werden besonders schöne sein – mit mehreren Blüten.

    Acht solcher breiten Ackerraine macht die Teilnehmergemeinschaft, in der die Landwirte und Grundstückseigentümer organisiert sind, gegenwärtig zu blühenden Wegbegleitern. „Blühende Landschaften“ gehören zu einem EU-Förderprogramm, das noch bis 2013 läuft.

    „Alle Flächen sind im Eigentum der TG, wir brauchen also niemanden zu fragen“, sagte Reinhart. Er ist stolz darauf, dass die Uttinger Bauern einige der wenigen im Landkreis sind, die ihre Wiesen stehen lassen und Heu machen. So werde die Artenvielfalt erhalten und Bienen werde immer ausreichend Nahrung geboten. „Die Klagen über Monokulturen treffen auf unsere TG nicht zu.“ Und in Utting wüchsen auch die ersten „blühenden Landschaften“ des Landkreises. (jner)

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