Ein Glücksfall ist auch Hans-Günter Schatz; er kleidet seine Rolle als Erzähler ganz vortrefflich aus und hält damit auch jüngere Kinder bei der Stange. Zu Beginn der beiden Kinderkonzerte erzählte der Vorleser vom "Kleinen traurigen Ton", der sich beim Spazierengehen verlaufen hatte und damit seine Instrumentenkollegen ganz schön in Verlegenheit brachte. Schatz zur Seite stand Ulrich Wolff mit seinem Kontrabass, der sich mächtig freute, als der kleine Ton wieder zu Hause war. "Dann bin ich nicht mehr so allein hier unten." Bevor das Herzstück des Konzerts unter der Leitung von Rudolf Piehlmayer zur Aufführung kam, stellte wiederum Schatz die einzelnen "Bilder einer Ausstellung" kurz vor, jeweils musikalisch untermalt mit ein paar typisch klingenden Takten. Danach begab sich das gewohnt hervorragende, hochkonzentriert aufspielende Ensemble Berlin in den Orchestergraben und die von Peter Klein in Zusammenarbeit mit Elke Schneweis phantasievoll ausgestattete Bühne gehörte nur noch den Tänzerinnen. Sehr schön und witzig war die Auflösung der jeweiligen Bilder gelöst. Das jeweils musikalisch beschriebene Bild wurde kindgerecht aufbereitet und gut verständlich in einen kleinen Bilderrahmen am seitlichen Bühnenrand projiziert, die dazugehörige Figur stieg einfach aus "ihrem" riesigen Bilderrahmen und tanzte mit. Bei der Auswahl der Tänzerinnen für die einzelnen Bilder hatten die Tanzpädagogen sehr viel Fingerspitzengefühl bewiesen und die Rollen gut verteilt. Auffällig war das hohe Niveau mit einer ganzen Reihe von Schülerinnen, die bereits auf Spitze tanzten.
Bilder und Musik: Überall im Theater
Eine hübsche Idee war es, der Musik von Mussorgsky auch über die produzierende Kunst Ausdruck zu verleihen. Die in Kaufering wohnhafte Kunstpädagogin Elke Schneweis hat sich der malerischen Umsetzung angenommen und zeigte die dabei entstandenen Bilder im Foyer des Stadttheaters.