Samstag, 18. Mai 2013

16. Januar 2012 16:00 Uhr

Umfrage

Kritik am Fragebogen

Nach wie vor gibt es keinen Konsens darüber, woher das Holzhausener Trinkwasser künftig fließen soll Von Romi Löbhard

Was passiert mit der Holzhausener Trinkwasserversorgung? Im Gemeinderat herrscht bislang Uneinigkeit darüber. Vor einer Umfrageaktion bei den Bürgern gibt es sogar Uneinigkeit über den Fragenkatalog.
Foto: Archivfoto: Thorsten Jordan

Igling Die Diskussionen um die Zukunft der Holzhausener Wasserversorgung reißen nicht ab. Auch in der jüngsten Iglinger Gemeinderatssitzung war das Wasser großes Thema. Nach wie vor prallen zwei Meinungen aufeinander, ein Konsens ist (noch) nicht in Sicht. Soll Holzhausen auch in Zukunft eigenes Wasser fördern – oder das kostbare Nass von den Stadtwerken Landsberg beziehen, die ab diesem Jahr auf Beschluss des Gemeinderats für die technische Betriebsführung verantwortlich sind? Eine in der Dezembersitzung beschlossene, von den Gemeinderäten des Ortsteils in die Wege geleitete Haushaltsbefragung in Holzhausen soll die Bürgermeinung spiegeln.

Den Gemeinderäten lag ein hauptsächlich von Joachim Drechsel entworfener Fragebogen vor, der keine allgemeine Zustimmung fand und unter den vier Holzhausener Gemeinderäten umstritten war. „Das Blatt ist ein Witz“, sagte Norbert Hofmuth und Martin Port erklärte „wenn wir Bürger befragen, dann muss neutral und sachlich informiert werden.“ Das sei bei diesem Fragebogen nicht gegeben. Port geht es vor allem um mehr Infos. „Wie hoch ist die Fördermenge? warum ist der Hochbehälter, dessen Sanierung 2008 vom Gemeinderat beschlossen wurde, noch nicht gemacht?“, nannte er als Beispiele. Auch fragte sich Port, warum die derzeitigen Probleme mit einem zu hohen Nitratgehalt nicht gelöst werden, indem das Wasser in zwölf Metern Tiefe gefördert wird und nicht – wie jetzt – in zwei oder drei Metern. Laut Port ist diese Möglichkeit beim Brunnen gegeben.

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Für Dominique Graf von Maldeghem sind die Fakten auf dem Umfrageblatt ebenfalls einseitig pro Landsberg und gegen eigenen Brunnen dargestellt, „ich frage mich, ob wir überhaupt noch eine Befragung brauchen“. Diese sei für eine konkrete Meinungsbildung wichtig, erklärte Peter Blattner, die aufgeführten Punkte seien einfach Fakten. „Gesundes Wasser ist erstrangig“, betonte Josef Gayer, „wenn wir die Wasserqualität auf Dauer nicht sichern können, dann müssen wir das Wasser von woanders beziehen.“ Peter Heiland interessierte sich vor allem für die Notwasserversorgung. „Wenn wir die bei einem Wechsel weiterhin vorhalten müssen, dann verzerrt sich das auf dem Fragebogen dargestellte Preisgefüge wieder.“ Dazu merkte Bürgermeisterin Christl Weinmüller an, nach Aussage der Stadtwerke sei der Notbrunnen Entscheidung der Gemeinde.

Kein rechtlich gesichertes Wasserschutzgebiet

„Grundsätzlichen Informationsbedarf“ hat Thomas Ziegler. „Es gehört ein Fachmann her, der uns erläutert, ob wir den Brunnen sanieren können und zu welchem Preis. Eine eigene Wasserversorgung aufzugeben ist leichtfertig.“ Ihm sei das Wasser einfach zu hoch belastet, betonte Joachim Drechsel, „und das wird auch nicht so schnell vorbei sein“. Laut Martin Port gab es vor 20 Jahren bereits Probleme mit dem Nitratgehalt und durch strikte Einhaltung der Regeln für das Wasserschutzgebiet „haben wir diese in den Griff bekommen“. Dazu sagte der in der Sitzung anwesende Geschäftsstellenleiter Patrik Piller „es gibt gar kein existentes, rechtlich gültiges Wasserschutzgebiet in Holzhausen“. Nach einem höchstrichterlichen Beschluss würden vor 1978 ausgewiesene, bußgeldbewehrte Schutzgebiete nach zehn oder 15 Jahren ihren Status verlieren. „Auf Holzhausen trifft das zu“, so Piller, der diesbezüglich auch die Fachbehörde am Landratsamt zu Rate gezogen und diese Aussage erhalten hat.

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