Prittriching Die vom Landkreis aufgestellte Risikobewertung und damit verbundene Bedarfsplanung für Feuerwehren kommt in Prittriching nicht gut an. Kommandant Martin Rupp machte in einer Gemeinderatssitzung seinem Unmut darüber Luft. Er kritisierte nicht nur das Ergebnis, sondern auch die Vorgehensweise der Kreisbrandinspektion.
Für die Bedarfsplanung hatten die Kommandanten im Landkreis einen Fragebogen auszufüllen. Darin listete Rupp unter anderem die Einsätze der vergangenen fünf Jahre auf. Außerdem gab er die Stärke der Mannschaft, die Zahl der Atemschutzgeräteträger und die Gefahrenquellen in der Gemeinde an und bewertete sie mit Punkten. Gleiches habe auch die Feuerwehr in Winkl gemacht. Doch anstatt beide Fragebögen ans Landratsamt zu schicken, sei von der Gemeinde alles addiert worden und nur einer an die Behörde gegangen. „Das verfälscht meiner Meinung nach das Ergebnis, weil Winkl und Prittriching drei Kilometer voneinander entfernt liegen, dementsprechend komplett unterschiedliche Gefahrenpotenziale haben und jeweils eigens für sich betrachtet werden sollten“, kritisiert Rupp.
Als Nachfolger für das LF16 wird ein HLF10 empfohlen
Noch viel mehr ärgert ihn aber, dass Bewertungspunkte von der Kreisbrandinspektion gestrichen worden sind. „Vor allem ohne jeglichen Kommentar“, so der Prittrichinger Kommandant. Das hat wiederum zur Konsequenz, dass der Feuerwehr nur ein HLF (Hilfsleistungslöschfahrzeug) 10 empfohlen wird. „Die Feuerwehr Prittriching besitzt momentan ein 23 Jahre altes Löschgruppenfahrzeug LF 16/12, das in den nächsten Jahren ersetzt werden soll. Das Nachfolgemodell wäre nun ein LF20 oder ein HLF20“, erklärt Martin Rupp. Er will nicht akzeptieren, dass der Prittrichinger Wehr nun ein kleineres Fahrzeug empfohlen wird, gegen das außerdem in Rupps Augen zahlreiche Gründe sprechen. So sei ein HLF10 mit dem neuen großen Hilfsleistungssatz und dem 13-KV-Stromaggregat schlichtweg überladen. Außerdem sei der installierte Wassertank deutlich zu klein. „Wir haben sehr viel Wald und rücken öfter mal zu Bränden aus. Dafür ist es hilfreich, viel Wasser mitzunehmen“, erklärt der Prittrichinger Kommandant. Auch bei der Pumpenleistung hätte man einen Rückschritt zu verkraften. Von derzeit 1600 Litern pro Minute käme man beim neuen Fahrzeug nur noch auf 1000 Liter.
Martin Rupp betont, dass die Feuerwehr in Prittriching mit ihrem jetzigen Fahrzeug ein Teil des Hilfeleistungskontingents des Landkreises ist. Würde man ein kleineres bekommen, verringere sich auch die Schlagkraft des ganzen Zuges. Nach Meinung des Kommandanten seien die Grenzen der Punktebereiche, aus denen sich eine Empfehlung ergibt, zu hoch angesetzt.
Bürgermeister Peter Ditsch zeigte Verständnis für den Ärger von Martin Rupp. Dass die Fragebögen der Wehren in Prittriching und Winkl zusammengefasst wurden, sei so gewollt gewesen. „Das wäre zu differenziert gewesen und Ziel war es, eine Orientierungshilfe für die Gemeinde zu bekommen.“ Er betrachtet das Ergebnis der Bedarfsplanung durchaus objektiv. Allerdings müssten Einzelfälle berücksichtigt werden. „Es ist nicht ausgeschlossen, dass wir für einen Gemeindeteil eine andere Ausrüstung bekommen. Es ist sicherlich sinnvoll, bei einzelnen Wehren eine Klasse höher zu gehen.“ Ditsch ist sich auch sicher, dass der Kreisbrandrat seine Zustimmung für den Förderantrag gibt, sollte ein besseres Gerät erforderlich sein.