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Diamantene Hochzeit: Leben wie im Paradies

Diamantene Hochzeit

Leben wie im Paradies

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    Hedwig und Adolf Wegele haben gestern vor 60 Jahren in Utting geheiratet.
    Hedwig und Adolf Wegele haben gestern vor 60 Jahren in Utting geheiratet. Foto: Romi Löbhard

    Utting „Es war Liebe auf den ersten Blick.“ Hedwig Wegele erinnert sich noch genau an den Nachmittag vor 64 Jahren, den sie mit ihrer Schwester am Uttinger Ammerseeufer verbrachte, als Adolf Wegele des Wegs kam. „Der muss es sein, der und kein anderer“, habe sie sofort gewusst. Und er? „Was ist denn das für eine Schwarzhaarige“, habe er – offensichtlich nicht uninteressiert – sich gedacht, berichtet er im Nachhinein schmunzelnd. Gestern konnten Hedwig und Adolf Wegele in Utting Diamantene Hochzeit feiern – zunächst im kleinen Kreis, „eine größere Feier wird in ein paar Wochen nachgeholt“.

    Hedwig Wegele war 1946 als 17-Jährige mit ihrer Familie aus dem Sudetenland ausgesiedelt worden und schließlich in Utting gelandet. Der drei Jahre ältere gebürtige Uttinger Adolf Wegele befand sich zu der Zeit noch in Kriegsgefangenschaft. Kaum zurück, lernten sich Hedwig und Adolf kennen und am 10. Mai 1952 läuteten in der Uttinger Pfarrkirche die Hochzeitsglocken. Das Paar richtete sich auf dem Hof der Wegeles ein, zog zwei Kinder groß, betrieb die Landwirtschaft. Adolf Wegele ging zusätzlich seinem Beruf als Maurer nach.

    Vom Stall auf die Baustelle

    Wie so ein Tag im Leben seines Vaters ausgesehen hat, davon weiß Sohn Martin ein Lied zu singen. „Frühmorgens Futter holen und Stallarbeit, anschließend auf die Baustelle, dann wieder Stall und am Wochenende Feldbestellung.“ Nebenbei entstand auf der Hofstelle ein neues Haus für die Familie. „Mein Hobby war die zusätzlich anfallende Waldarbeit“, sagt Adolf Wegele lachend. Die Kontakte zur Wasserwacht und zur Feuerwehr, bei der er noch passives Mitglied ist, wurden ebenfalls weiter gepflegt.

    Eine Erklärung, wie das alles gemeistert werden konnte, hat Sohn Martin, der übrigens auch an einem 10. Mai geheiratet hat, parat. „Die tägliche Kraft haben sich meine Eltern im Gebet und in der Heiligen Messe geholt.“ Der Glauben führte das Ehepaar auch in andere Gegenden Europas. Gemeinsam mit dem früheren Uttinger Pfarrer Georg Schmid unternahm vor allem Adolf Wegele – „sie musste ja daheimbleiben und die Kühe melken“, sagt der Gatte schelmisch – viele Pilgerfahrten, in die Schweiz zu Nikolaus von der Flüe, zu Pater Pio in Italien, nach Israel, Lourdes.

    Hedwig und Adolf Wegele wohnen immer noch im selbst gebauten Haus, kümmern sich ein wenig um Garten und Wald und genießen vor allem die Nähe zu den Familien ihrer beiden Kinder. „Wir sind dankbar für jeden Tag“, sagt Hedwig Wegele und betont, „das Schönste im Leben ist doch, wenn man miteinander auskommt, wenn die Familie da ist und sich verträgt.“ Und wer dieses Paar wie aus dem Bilderbuch so sitzen sieht, glaubt Hedwig Wegele aufs Wort, was sie anfügt: „Wir leben wie im Paradies.“ (löbh)

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