Schondorf „Was bedeutet für euch das Internet?“ fragte Referent Markus Geier die anwesenden Schüler zu Beginn seines Vortrags „Von Cybercrime bis Cybermobbing – Herausforderungen für Kinder, Eltern und Schule“ in der Aula des Landheims Schondorf. Dass das Thema Internet mit seinen Chancen und Risiken ein „heißes Eisen“ ist, zeigte die mit Schülern, Lehrern und Eltern voll besetzte Aula. Mit Markus Geier, selber bis vor kurzem Internatsvater, hatte das Landheim in der Reihe „Schondorfer Begegnungen“ einen Experten für Internetsicherheit, Datenschutz und Kommunikation eingeladen.
Geier machte deutlich, dass Kinder, Jugendliche und Erwachsene sich in einer unterschiedlichen Ausgangssituation befinden. „Während unsere Generation noch ein Leben ohne Internet kennt, wachsen die Jugendlichen damit auf.“ Es habe die Arbeitswelt revolutioniert. 96 Prozent der unter 30-Jährigen surften im Internet, viele seien in sozialen Netzwerken. „Es soll nicht der Eindruck entstehen, dass ich etwas gegen Facebook habe“, meinte Geier. Doch er warne deutlich vor den Gefahren.
Die Gefahr sei, dass unabsichtlich, unwissentlich oder auch absichtlich persönliche Dinge im Internet landen. Datenspuren hinterlasse jeder, der surft. So greifen viele Apps – das sind Spiele oder kleine Programme – während der Nutzung auf Kontaktdaten und weitere Informationen auf dem benutzten Rechner oder dem iPhone zu, ohne dass der User es merkt. Für viele Firmen seien diese Daten bares Geld. Sie könnten damit maßgeschneiderte Werbung an potenzielle Kunden bringen.
Cybermobbing gleich melden
Unter Cybermobbing sind Fälle zu verstehen, in denen jemand böswillig private Fotos oder Videos von einer anderen Person ins Netz stellt. Rund 35 Prozent der Schüler seien schon mal mehr oder weniger Opfer von Cybermobbing geworden, belege eine Studie. Daten ließen sich über das Internet schnell verbreiten und nur schwerlich löschen, verdeutlichte Geier. So sei der Ruf schnell ruiniert. Immer wieder führe dies zu schlimmen psychischen Belastungen bei den betroffenen Personen, bis hin zum Selbstmord. „Wie kann ich denn Cybermobbing verhindern?“, fragte ein Schüler. Geier riet, möglichst keine Daten über sich ins Internet zu stellen und Dinge zu vermeiden, die einen angreifbar machen. Und wenn es doch passiert, dann sollte zügig und mutig gehandelt werden: Nicht auf einen Streitdialog im Netz einlassen, stattdessenden Mobber beim sozialen Netzwerk melden, lautete sein Rat. Auch die Schule sei gefragt. Aufklärung und Prävention müssten an oberster Stelle stehen, aber auch Hilfestellung.
Als weitere Gefahrenquelle, die vom Internet ausgeht, benannte Geier die Internetsucht. Aber nicht jeder, der das Internet täglich nutze, sei gleich süchtig. Geier empfahl besorgten Eltern klare Regeln aufzustellen und diese auch zu kontrollieren. Außerdem sollten Alternativen angeboten werden: „Wer zwei Stunden am Tag auf dem Ammersee rudern geht, kann dann auch mal zwei Stunden im Internet surfen.“ (msp)
Informationen zum Thema gibt es auf www.klicksafe.de, einem Projekt im Rahmen des Programms „Mehr Sicherheit im Internet“ der Europäischen Union, mit vielen Tipps für Verbraucher rund um Sicherheit und Medienkompetenz im Netz. Auf www.facebook.com/pages/MediaSkills/280828278673204 sind Informationen und Links zum Vortrag von Markus Geier zu finden.