Geltendorf/Kaltenberg In ungezählten Stunden hat Karl Arzberger mit dem Arbeitskreis Ortsgeschichte seit 2001 den zweiten Band der Kaltenberger Ortsgeschichte vorbereitet. Im Oktober dieses Jahres sollen die Texte als Buch (300 Seiten, zahlreiche Fotografien) veröffentlicht werden.
Der Geltendorfer Gemeinderat würdigte die Arbeit der Geschichtsforscher in seiner jüngsten Sitzung und stellte den Vorschuss der Herstellungskosten für das Buch in Höhe von circa 10000 Euro (Auflage 500 Stück) in Aussicht. Während der 2004 erschienene und bald vergriffene erste Band Kaltenberger Ortshistorie die Haus- und Hofgeschichte behandelt, widmet sich der Erweiterungsband der Geschichte des Kaltenberger Schlosses, der Kirche, Gemeinde und den Vereinen. Dabei deckt das historische Ortsgedächtnis in Buchform den Zeitraum vom ersten Bau der Burg durch Herzog Rudolf (1292) bis in die Gegenwart ab.
Berühmte Namen
Neben den Wittelsbachern als heutigen Schlossherren haben auch andere berühmte Namen Eingang in die Ortsgeschichte gefunden. So wird beispielsweise von Johann Adolf Sommer, dem Ur-Ur-Großvater des Münchner Autors Sigi Sommer die Rede sein, der Mitte des 19. Jahrhunderts als Schlossherr das verfallende Gebäude umgestaltete und ihm den markanten neugotischen Turm verpasste. Als „Musterbauer“ findet auch Pfarrer Lorenz Schmittmann (von 1830 bis 1860 in Kaltenberg) Erwähnung, der mit seiner – damals unüblichen – Stallkuhhaltung und Odeldüngung seiner Zeit voraus war und bald viele Nachahmer im Ort fand, so Karl Arzberger, der durch seine akribische Arbeit den Archiven viele Details entlocken konnte. Außerdem haben Irmentraud Böck (derzeitige Ortschronistin), Maria Rauschel, Karolin Birkmayr (über 30 Jahre Chronistin) und Karl Bechler zahlreiche Zeitzeugeninterviews geführt und Fotos gesammelt. Die Vorstellung wird im Herbst im Rahmen einer Feierstunde vorgestellt. (sme)