Münchner Experte stellt der Stadt ein gutes Zeugnis aus
Landsberg Die Energiewende und die städtischen Werke waren das beherrschende Thema des diesjährigen Neujahrsempfangs der Landkreis-SPD. Diese hatte unter ihrem Kreisvorsitzenden Dr. Albert Thurner als Experten den Kaufmännischen Geschäftsführer der Stadtwerke München, Dr. Florian Bieberbach, in den Festsaal des Historischen Rathauses zum Hauptreferat geladen.
In seinen einleitenden Worten nahm Dr. Thurner auf die aktuelle politische Situation in der Stadt Landsberg Bezug. Dem durch die gegenwärtige Finanzaffäre in der Stadtverwaltung in Kritik geratenen OB sprach er dabei sein volles Vertrauen aus. Den bevorstehenden Wahlkampf zwischen Lehmann und seinen Herausforderer verglich er mit einem Rennen eines Audi A 8 mit Golfs und Polos. Insbesondere deswegen, weil Parteigenosse Lehmann durch seine zwölfjährige Tätigkeit als Stadtoberhaupt eine Erfolgsbilanz vorweisen könne. Lehmann sprach mit Blick auf die Affäre von „zu großem Vertrauen“, das er der Verwaltung entgegengebracht habe. Das sei das Einzige, das er sich vorwerfe.
„Starke Stadtwerke – Kommunen als Treiber der Energiewende“ war das Referat von Dr. Florian Bieberbach überschrieben. Er plädierte für eine dezentrale und regionale Energieversorgung in den Händen kommunaler Unternehmen. Dabei bedachte er durchaus auch die Grenzen und Risiken städtischer Energiewirtschaft. Oberbürgermeister Ingo Lehmann entwickelte das Konzept von Stadtwerken als integrierte Unternehmen, in denen Strom, Gas, Telekom und Straßenbau zusammengefasst werden würden. Er bezeichnete das als „Infrastrukturunternehmen der Zukunft“.
Das Wohl der Bürger, nicht das der Anleger im Vordergrund
Mit Bieberbach befindet er sich dabei auf einer Linie: Anders als beispielsweise Investmentbanken, die nur in Zeiträumen von Quartalen dächten, seien kommunale Unternehmen langfristig orientiert, sagte der Münchner Stadtwerkechef. Laufzeiten von 20 oder auch 50 Jahren seien wichtig beim Aufbau von Infrastrukturmaßnahmen. Im Vordergrund stehe das Wohl der Bürger und nicht das der Anleger.
Stadtwerke gehörten zu den Unternehmungen, die in der Bevölkerung ein enormes Vertrauen genießen. Deren Preise lägen im Durchschnitt unter denen der privaten Anbieter. Als sich die Münchner Stadtwerke dem Finanzmarkt öffneten, flossen über eine Milliarde Euro in die Kassen dieses Unternehmens. Das zeige, wie sehr dieses Unternehmen und dessen Gewinne auf dem Markt geschätzt werden, erläuterte Bieberbach.
Als problematisch betrachtete Bieberbach die interne Ineffizienz: „Die Peitsche wird in privaten Unternehmen härter geschwungen“. Er kritisierte aber auch die Einflussnahme der städtischen Politik auf das operative Geschäft. „Man muss das Management arbeiten lassen“. Er plädierte für unternehmerisches statt behördliches Denken. Als Lösung für Gewinnung von Spezialistenwissen schlug er kommunale Kooperationen vor. Aber mit Blick auf Landsberg, das eine Kooperation mit den Münchner Stadtwerken hat, meinte er: „Sie sind auf dem richtigen Weg.“
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