Epfach Pünktlich zu Christkönig, wie Pfarrer Michael Vogg erklärte, ließen Thomas Becherer und Benedikt Haunstein die frisch überholte „Königin der Instrumente“ erklingen. Gemeinsam mit Georg Linder (Posaune) und Tobias Eglhofer (Klarinette) boten sie unter dem Motto „Orgel und Co.“ in der zur Hälfte besetzten Epfacher Kirche ein Programm, das ebenso wunderschön zusammengestellt wie interpretiert war.
Wie Streicheleinheiten für die Seele wirkte der wunderbar weiche Posaunenklang zusammen mit der Orgel (Haunstein) bei Enrico Pasinis „Cantabile for you“. Und auch bei „Panis Angelicus“ bewies der junge Posaunist, wie sicher und zurückhaltend er spielen kann: Die Mischung zwischen Orgel, Posaune und dem Gesang von Benedikt Haunstein passte perfekt. Dazwischen zeigten Linder und Haunstein Mut - und Humor.
Zum einen mit perfekten Dialogen zwischen Posaune und Orgel im augenzwinkernd-synkopischen „Dixie Green Eyes“, das im extremen Kontrast zum vorhergegangenen, sehr geradlinigen „Ricercar in C“ von Pachelbel (gespielt von Becherer) stand. Zum anderen aber auch mit dem ebenso pfiffigen „So blue“, ebenfalls aus der Feder von Dennis Armitage, das auf Bachs „Bist Du bei mir“ folgte. Trotz der Kälte im Gotteshaus hatte Linder die Intonation ebenso gut im Griff wie Tobias Eglhofer mit der Klarinette. Mit wunderbar weichem Ton ließ er – begleitet von Thomas Becherer – sowohl Telemanns „Grazioso“ als auch das herrliche „Largo“ von Händel erklingen. Angelo Corellis Preludio und die Gavotta spielte er so herrlich locker und gekonnt, dass es einem fast leid tat, dass das Stück nur so kurz ist. Die Orgel selbst erlebten die Zuhörer nicht nur als Begleitung in allen Facetten.
Als Soloinstrument erklang sie mal zurückhaltend und ruhig wie bei der sanften Melodie, die sich bei „Prière a notre Dame“ (gespielt von Benedikt Haunstein) auf weiche Akkorde stützte, mal voll und rund im sehr schön musizierten „Psalm Prelude“ von Andrew Fletcher, das Thomas Becherer vortrug. Zum krönenden Abschluss brachte er die „Königin“ dann noch mit Pachelbels „Fantasia in g“ zum Strahlen, bevor die Zuhörer nach einer knappen Stunde musikalisch reich beschenkt den Heimweg antraten. (dh)