Vilgertshofen „Es war ein sehr arbeitsreiches Jahr“, sagt Konrad Welz, wenn er auf die vergangenen 365 Tage blickt. Als ehrenamtlicher Bürgermeister in Vilgertshofen hatte er jede Menge um die Ohren. „Einiges, was wir vorhatten, konnten wir wirklich abhaken – andere Dinge sind noch offen.“
Einen Haken machen konnte Welz hinter dem Neubau des Feuerwehrhauses in Pflugdorf. Allerdings ist das Projekt 200000 Euro teurer gekommen als geplant, was daran lag, dass man die Außenanlagen rund um Bürger- und Rathaus gleich mitgemacht hat. „Da haben wir allerdings nicht den Untergrund gefunden, den wir uns erhofft hatten. Deswegen musste mehr Boden ausgetauscht werden, als vorgesehen.“ Seit Mai ist die Gemeinde auch an das schnelle Internet angeschlossen. „Da waren wir nur einen Monat im Verzug“, erklärt Welz. Grund war die Zwangspause durch den langen Winter.
Teurer, aber mit Fotovoltaik
Viele Stunden hat man außerdem in die Sanierung der Issinger Schule investiert. Das Projekt musste wegen der Fördermittel aus dem Konjunkturpaket II noch 2011 abgeschlossen werden. „Trotz des engen Zeitrasters sind wir aber gut zurechtgekommen“, freut sich das Gemeindeoberhaupt. Finanziell wurden die Gemeindekassen mehr strapaziert als gedacht. „Ursprünglich waren dafür 250000 Euro vorgesehen, jetzt ist es in etwa das Doppelte.“ Dafür besitzt die Gemeinde jetzt auch eine Fotovoltaikanlage auf der Schule. Welz’ Aufgabenliste scheint auch heuer nicht kürzer zu werden. Neue Großprojekte stehen an: zum Beispiel die Umgestaltung des Kirchenvorplatzes in Stadl. „Das war eine schwierigere Geburt als angenommen“, räumt der Bürgermeister ein. „Da sprechen einfach mehr Leute mit, gerade im Hinblick auf die Dorferneuerung.“ Außerdem seien gewisse Vorgaben zu beachten gewesen, um die Fördermittel zu bekommen. Welz vergleicht die Maßnahme sogar mit der Geburt eines Kalbes. „Zunächst brauchst du nur einen Geburtshelfer, dann vielleicht noch einen Tierarzt, bis sich herausstellt, es muss ein Kaiserschnitt gemacht werden. Und dann ist man am Ende froh, wenn das Kalb überlebt.“ Freilich ganz so schlimm dürfte es im konkreten Fall nicht werden, schließlich sei man bei der Planung bereits „auf der Zielgeraden“. Welz hofft nun, dass 2012 mit dem Umbau begonnen werden kann. 2013 soll es dann den Ausbau der Ortsdurchfahrt geben.
Bis dahin will die Gemeinde noch etwas für das Gewerbe tun. „Wir wollen Gewerbeflächen anbieten, die auf unseren Bedarf abgestimmt sind“, erklärt der Rathauschef.
Ein weiteres Ziel von Welz ist es, die Anwohner der Wallfahrtskirche in Vilgertshofen zu entlasten. „Wir wollen einen Parkplatz in der Nähe der Kirche bauen, der sich harmonisch in die Landschaft einfügt.“ Mittlerweile sei die Situation in Vilgertshofen durch den Besucherverkehr auch zum Kreisseniorenheim derart prekär, dass auch „die Feuerwehrzufahrt gefährdet sei“.
Mutige Menschen gewünscht
Auch das bestehende Fernwärmenetz soll erweitert werden. „Wir wollen, dass in Stadl die bestehenden Ressourcen besser genutzt werden“, erklärt Welz. Vorstellbar sei, dass künftig ältere Gebäude mit Fernwärme versorgt werden. Bisher läuft das Netz von der Biogasanlage in Pflugdorf bis zum Rathaus. Überhaupt erwartet der Bürgermeister eine „spannende Diskussion“, was die Umsetzung der Energiewende betrifft. „Es wird sich zeigen, wie sich die Bürger formieren und die Sache anpacken.“ Welz wünscht sich dabei mutige Menschen in seiner Gemeinde, vor allem wenn es um Projekte vor der eigenen Haustüre geht.
Für sich persönlich wünscht der Rathauschef 2012 vor allem Gesundheit. „Bei mir haben sich ja schon ein paar Verschleißerscheinungen bemerkbar gemacht“, spielt er damit auf seine Hüftoperation in diesem Jahr an. Dazu hofft Welz auf gutes Wetter zwischen 9. und 13. Mai. Dann finden in der Gemeinde das Bezirksmusik- und das Gauschützenfest statt.