Denklingen Dem Gemeinderat Denklingen lag in der jüngsten Sitzung ein Antrag der Jagdgenossenschaft Denklingen vor. Diese will einen Gehweg ausbauen und die Aufkirchsteige überteeren. Jetzt stellt sich die Frage: Lässt man die Baumaßnahme offiziell an Firmen ausschreiben oder nimmt man das Angebot, das die Jagdgenossenschaft eingeholt hat? Darüber diskutierten die Räte – und kamen noch nicht auf eine Lösung.
Bürgermeisterin Viktoria Horber bevorzugte die Ausschreibung der Baumaßnahme und die damit verbundene Chancengleichheit einheimischer Firmen. Rat Wolfgang Martin sagte, dass es am Ort keine Firma gebe, die Asphalt bauen könne. Rätin Regina Wölfl stellte sich ebenfalls gegen eine Ausschreibung. „Warum muss man ausschreiben? Wenn die Jagdgenossenschaft die Bauleitung übernimmt, wird es günstiger“, sagte sie. Wölfl erwähnte die Eigenleistung der Jagdgenossenschaft. Rat Martin Steger äußerte sich positiv über die Kostenbeteiligung der Jagdgenossenschaft. „Die zahlen 75 Prozent“, sagte er. Ohne die Jagdgenossenschaft sehe er die Wiederherstellung der Wege in Gefahr. „Die Jagdgenossenschaft möchte nicht irgendetwas, sie bringt etwas“, betonte er. Gemeinderat Josef Herz war der Meinung, dass der Weg kein reiner Feldweg sei. In der Sitzung stellte er den Antrag, dass die Gemeinde 40 Prozent der Kosten übernehmen solle. Dieser wurde mit 13:1 Stimmen abgelehnt.
Räte haben Angst vor der Kostenfalle
Rat Thomas Becher beurteilte die Kosten als beunruhigend: „Ich hätte ein schlechtes Gefühl, wenn wir am Ende bei 160000 Euro stehen und ich meinen Finger heben soll.“ Die Bürgermeisterin hingegen sehe durch die Ausschreibung die Kosten nicht explodieren. Die Jagdgenossenschaft legte ein Angebot für 80000 Euro vor, Horber veranschlagte grob 100000 Euro (Mehrwertsteuer inbegriffen). „Wir bauen keine überteuerten Wege. Durch Ausschreibungen hat man gute Preise erzielen können“, sagte sie. Letztlich fand der Vertagungsantrag von Thomas Becher Zustimmung und wurde mit 12:2 Stimmen angenommen. Der Antrag der Jagdgenossenschaft wird noch einmal vorgelegt. (rothst)