Die Frage, ob auf der Uttinger Flur ein Geothermie-Kraftwerk gebaut werden soll, hat am Donnerstagabend wieder viele Bürger aus Utting und Umgebung bewegt. Eine neuerliche Diskussionsveranstaltung der Uttinger Bauern in der Verwaltungsschule in Holzhausen fand das Interesse von mehr als 150 Besuchern.
Bürgermeister Josef Lutzenberger erläuterte den im Februar gefassten Grundsatzbeschluss des Gemeinderates und beantwortete mit Geoenergie-Geschäftsführer Bernhard Gubo zahlreiche Fragen aus dem Publikum, gesicherte neue Erkenntnisse zum Thema gab es dabei nicht. Die Debatte, die der ehemalige ARD-Chefredakteur Hartmann von der Tann moderierte, drehte sich vornehmlich um die Wärmeauskopplung, Erdbeben- und Fündigkeitsrisiken. Der Wissensstand dazu beruht inzwischen auf zahlreichen Gutachten, auf die in der Versammlung verwiesen wurde.
Lebhaft diskutiert wurde auch die Frage, ob die von Geoenergie Bayern beabsichtigte Bohrung überhaupt auf genügend und für die Stromerzeugung genügend heißes Wasser stoßen werde. Im Falle eines Fehlschlags, so die Befürchtung, könnte versucht werden, Wasser in heiße Gesteinsschichten zu pumpen und/oder diese Schichten durch Chemikalieneinsatz wasserdurchlässiger zu machen. Auf Nachfrage von Moderator von der Tann versicherte Gubo jedoch, man werde nur die mutmaßlich Wasser führende Malmschicht anbohren: „Wir pumpen keine Chemikalien rein, und wenn wir kein Wasser finden, haben wir eine Fündigkeitsversicherung, wir müssen nichts erzwingen, was zu einem Schaden führt.“
Kritisch wurde auch der Wirkungsgrad der Geothermie hinterfragt, auch vor dem Hintergrund, dass eine Wärmeauskopplung unwirtschaftlich wäre. Ob sich diese Wärmenutzung wirklich nicht rechne, soll laut Gubo aber erneut kalkuliert werden. Außerdem habe die Stromerzeugung aus Erdwärme einen höheren Wirkungsgrad als mittels Fotovoltaik. Bislang, warf Moderator von der Tann ein, trage die Geothermie in Deutschland fast nichts zur Stromproduktion bei: „Unterhaching ist eine finanzielle Katastrophe für die Gemeinde, Landau in der Pfalz wird abgeschaltet und die Kraftwerke in Braunau/Simbach und Neustadt-Glewe leisten jeweils 300 Kilowatt.“ Mehr zum Thema berichtet das Landsberger Tagblatt in seiner Printausgabe.