Montag, 20. Mai 2013

19. November 2010 20:15 Uhr

Probier es aus!

Landsberg "Wer scheitert, steckt in der falschen Haut." Nur, welche Haut ist die richtige, die erfolgversprechende? Damit beschäftigte sich der mit "Individuelle Potenziale erkennen und nutzen - Was schlummert in mir, was sind meine Stärken und meine Passion" überschriebene Vortrag bei der 32. Vollversammlung des Arbeitskreises SchuleWirtschaft Landsberg. Als Referenten hatte der AK Dr. Jochen Wagner von der evangelischen Akademie Tutzing eingeladen. Der Studienleiter arbeitete viel sowohl mit Bildern von bekannten Persönlichkeiten aus dem öffentlichen Leben, die offensichtlich "in der richtigen Haut" stecken, als auch mit bildhafter Sprache.

Wichtig sei, den "Reichtum an gefühltem Wissen", der in jedem Menschen stecke, auch zu nutzen. "Was wollte ich, bevor ich musste - was konnte ich, als ich noch durfte", darüber gelte es nachzudenken. Dazu zitierte Wagner den Philosophen und Soziologen Jürgen Habermas, der einmal erklärte "frühe Prägungen lösen die Passion". Als aktuelles Beispiel nannte er Sebastian Vettel, der schon sehr früh gewusst oder geahnt habe, was seine Passion ist und dieses Wissen jetzt mit dem Weltmeistertitel in der Formel I gekrönt habe.

Erkennen statt verkennen

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Nicht immer aber seien persönliche Neigungen gut genug, um damit Erfolg zu haben. "Sich erkennen" sei wichtig, das "was bin ich für einer in der Auslebung meiner Leidenschaften". Vor dem "sich verkennen" sollte sich jedoch jeder hüten. "Es geht nie um Spaß", so Wagner, vielmehr gelte es, mit Widerstand zu arbeiten. "Antagonismus prägt uns, alles was wir machen, erzeugt Widerständliches." Das müsse stets aufs Neue riskiert werden. "Souverän ist, wer im Ausnahmezustand Entscheidungen treffen kann."

Der Vortrag beinhaltete eine Reihe von Erkennungsmerkmalen für individuelle Potenziale, aber nur wenige Tipps, wie diese nutzbar gemacht werden können. Auch Dr. Jochen Wagner selbst hat so seine Probleme mit der Umsetzung von Träumen und Neigungen, wie sich in der Diskussion mit einem Besucher herausstellte. Er hatte von seinem Traum gesprochen, aus der sicheren Beamtenposition auszusteigen und sich selbstständig zu machen. "Das ist mein blinder Fleck", erklärte er auf die Frage, warum er nicht das gemacht habe, was er eben noch angepriesen hatte. Den Stein der Weisen hat der Theologe noch nicht gefunden. Bei der Frage aus der Zuhörerschaft, was denn heute Schulabgängern in Sachen Beruf zu raten sei, war der Referent relativ ratlos. "Jeder sollte nach dem eigenen Spüren gehen", erklärte Dr. Wagner, als Rat könne "probier es aus" gegeben werden. (löbh)

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