Eine hinkende Frau bettelt nach Geld und wird weggeschupst. Eine andere kniet mit Rosenkranz da und betet. Diese Szenen spielen sich auf dem Bahnhof in Landsberg ab. Mehrmals ertönt eine tiefe, monoton klingende Stimme von einem Verkäufer mit einem Bauchladen, der im Stil der 20er Jahre gekleidet ist: „Programmhefte, Zigaretten und Streichhölzer.“ Die Leute entscheiden sich für das Programmheft, denn sie wollen das Theaterstück „Komm, wir machen eine Revolution“ miterleben.
Von Beginn an werden die Zuschauer des Stücks selbst zu Akteuren. Sie müssen lange am Bahnhof warten – so als wären sie selbst Angehörige der Kriegsheimkehrer – bis diese, gespielt von Moritz von Treuenfels und Rasmus Wirth, aus dem Zug steigen.
Die anfänglich inszenierte Idylle werde durch die Revolution aufgebrochen. „Massenmedien begannen damals, eine große Rolle zu spielen“, sagt der Regisseur, der sich von den Literaten Oskar Maria Graf, Josef Hofmiller oder Ernst Toller inspirieren ließ. „Der eine Kriegsheimkehrer schlägt sich auf die Seite der Revolution, der andere dagegen“, fasst Nägele den Inhalt des Stücks zusammen.
Im Café Lauterbach – eine Station des Stücks – werden die Zuschauer zu stillen Zuhörern eines Tischgesprächs vor der Kneipentheke.
Christian Büttner vom IKG in der Rolle des Revolutionsanführers brilliert als knallharter Antreiber der Gruppe, so dass das Stück weniger an ein ruhiges Theaterstück erinnert, sondern viel mehr an eine Hetzjagd durch Landsberg, die letzlich doch noch im Stadttheater endet.
Mehr dazu morgen im LT.