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Hausnamenserie (Ende): Sauna statt Holzofen

Hausnamenserie (Ende)

Sauna statt Holzofen

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    Beim Badmännle: 1734 wurde es erstmals erwähnt, 1921 lebte darin Leonhard Schmid, Schuster und Gemeindediener.
    Beim Badmännle: 1734 wurde es erstmals erwähnt, 1921 lebte darin Leonhard Schmid, Schuster und Gemeindediener. Foto: Fotos: Julian Leitenstorfer, Archiv Johann Schmid

    Apfeldorf Wo früher die Tenne war, befindet sich heute ein lichtdurchflutetes Atelier und ein großzügiges Wohnzimmer im Maisonette-Stil. Anstelle von Heu und Getreide gibt es gepolsterte Sofas, elegante Möbel und sogar eine Sauna. Im verbliebenen Teil des ehemaligen Hauptgebäudes sind die schweren Holzdielen einem modernen Fliesenboden gewichen und auch die alten Einglasfenster wurden schon längst gegen neue, energieeffizientere ausgetauscht. Viel hat sich im Laufe der Zeit verändert in dem Haus in Oberapfeldorf von Inge und Josef Rödl, das sie im Jahr 1994 von Leonhard Niggl erworben haben.

    Nur noch wenige Spuren, wie die niedrigen Decken in der Werkstatt oder die fast einen Meter dicke Außenwand, deuten darauf hin, dass das Gebäude schon vor Jahrhunderten errichtet wurde. Und dennoch wollen die Eheleute – wie rund 80 andere Apfeldorfer auch – mit sogenannten Hausnamenschildern auf genau dieses Faktum aufmerksam machen (LT berichtete).

    Aufs Land verschlagen

    „Bevor wir renoviert haben und hier eingezogen sind, hat man dem Haus sein Alter natürlich noch viel deutlicher angemerkt als jetzt“, sagt die 72-jährige Inge Rödl. Zuvor hat sie mit ihrem Mann in Neuried bei München in einem modernen Einfamilienhaus gewohnt. Doch verschlug es die beiden aufs Land, weil sie nach Platz suchten, um sich eine kunstgewerbliche Schreinerwerkstatt einzurichten. Zwar habe man gemerkt, dass die Vorbesitzer über die Jahrzehnte hinweg auch immer wieder einiges an dem alten Bauernhaus verändert haben: Beispielsweise waren neue Türen und neue Fenster eingebaut worden oder man hatte die Fassade richten lassen. Dennoch habe Inge Rödl noch so manches „ans Leben und das Wohnen auf dem Land in den 50er-Jahren“ erinnert, das sie gut von Besuchen während ihrer Kindheit bei der Oma in Alling bei Fürstenfeldbruck kannte. So habe es im gesamten Haus nur einen einzigen Holzofen in der Küche gegeben, die anderen Räume konnten nicht geheizt werden. Außerdem musste ein Teil des alten Gebäudes abgerissen werden, weil er marode war. „Unser Wunsch war es dann, alles neu und zeitgemäß zu gestalten und dabei unsere eigenen Ideen kreativ umzusetzen“, sagt Rödl. Zwar ist dadurch das Alter des Hauses nicht mehr so präsent, wichtiger sei es jedoch, sich mit der Tradition und den Bräuchen in der Umgebung zu identifizieren.

    „Das Haus der Familie Rödl ist ein gutes Beispiel dafür, wie modern und schön man ein so altes Haus herrichten kann“, sagt auch Heimatpfleger Johann Schmid. Bei seinen Recherchen für das Buch über die „Apfeldorfer Haus- und Hofgeschichten“ ist er darauf gestoßen, dass das Gebäude im Jahr 1734 als Besitz eines gewissen Joseph Miller das erste Mal urkundlich erwähnt wird. Und weil später vermutlich ein Bader in dem Anwesen wohnte, habe es schließlich den Namen „Beim Badmännle“ erhalten.

    Dass ihr Haus diesen Namen trägt, haben die Eheleute Rödl allerdings zunächst gar nicht gewusst. Als dann jedoch im Zuge der Dorferneuerung die Apfeldorfer gefragt wurden, ob sie die Geschichte ihrer Häuser mit Namensschildern verdeutlichen wollen, seien sie sofort von der Idee begeistert gewesen. „Wir fanden die Aktion gut, weil es sich ja gerade auf dem Land um einen verbreiteten Brauch handelt, den Häusern Namen zu geben. Und wir wollen dazu beitragen, dass diese Tradition nicht ausstirbt“, sagt der 77-jährige Josef Rödl.

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