Zurückgerudert ist der Eresinger Gemeinderat jetzt bei der seit Monaten diskutierten Räumung des Weihers an der Pflaumdorfer Straße. Die Aktion, wie sie bisher angedacht war, hätte sich nämlich finanziell gesehen zu einem Fass ohne Boden entwickelt. Jetzt soll das Schlammproblem vor Ort gelöst werden, auf eine Abfuhr des Sediments wird verzichtet, beschloss der Gemeinderat einstimmig.
Der Weiher wurde bereits vor über einem Jahr abgelassen, auch die Ausbaggerung war bereits beauftragt worden. 15000 Euro hätte die Baggeraktion gekostet, ein noch überschaubarer Geldbetrag. Doch dann tat sich ein unerwartetes Problem auf: Der Schlamm darf nicht wie früher auf dem Feld aufgebracht werden, sondern muss, wie es im Amtsdeutsch heißt, „entsorgt“ werden – und das käme die Gemeinde teuer: Bürgermeister Josef Loy sprach von 170000 bis 200000 Euro und erntete damit im Gemeinderat staunendes Gelächter.
Mehrere Handlungsmöglichkeiten durchgesprochen
Bei einem Ortstermin mit Vertretern des Landratsamtes und des Wasserwirtschaftsamtes wurden mehrere Handlungsmöglichkeiten durchgesprochen, berichtete der Rathauschef. Eine fachgerechte Behandlung des Schlamms könnte nach Auffassung des Landratsamtes etwa so aussehen, dass das ausgebaggerte Material abgedeckt auf einer sickerdichten Fläche zwischengelagert wird, damit es zunächst austrocknen kann, wobei Loy bereits gewisse Zweifel an der Plausibilität dieser Methode äußerte: „Wie auf diese Weise etwas austrocknen kann, ist mir schleierhaft.“ Anschließend müsste das Material – rund 4000 Tonnen oder mehr als 100 Lkw-Ladungen – nach Baden-Württemberg auf eine Deponie gekarrt werden.
Alternativ könnte der Aushub auch verwendet werden, um die gemeindliche Deponie abzudecken. Allerdings müsste die Gemeinde erst eine abfallrechtliche Genehmigung erwirken, den Untergrund abdichten, den Schlamm regelmäßig kontrollieren und abdecken. Auch das hielt Loy für nicht sinnvoll.
„Das ist halt so“
Im Gemeinderat stieß der Entsorgungsaufwand auf Verwunderung: „Ist der Schlamm so hochtoxisch?“, fragte Thomas Berger (Umweltfreundliche Bürger). „In den Weiher läuft alles Wasser aus dem Dorf rein, von den Dächern und von den Straßen“, erläuterte Loy. Andreas Graf (Pflaumdorf) konnten die Auflagen dennoch nicht recht überzeugen. Schließlich sei das kontaminierte Sediment ja jetzt auch im Weiher vorhanden. „Da sagen die Fachleute, das ist halt so“, erwiderte Loy.
Weil der Schlamm, sofern er auf dem Grundstück verbleibt, offensichtlich kein abfallrechtliches Problem darstellt, soll das jetzt auch Ansatzpunkt für eine Lösung der Angelegenheit werden. Auf Vorschlag des Bürgermeisters soll zunächst während der winterlichen Frostperiode der Bewuchs auf dem Weihergrund gemäht werden und dann mit einer Raupe das Erd- und Pflanzenmaterial auf die Südseite des Weihers geschoben werden. „Wir lösen das Problem auf dem eigenen Grund“, fasste Loy zusammen. Eine Entsorgung in einer Deponie wurde abgelehnt.