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Antiquitäten: Sie versteigert auch Kuscheltiere

Antiquitäten

Sie versteigert auch Kuscheltiere

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    Franziska Diek hat in Türkheim ein Auktionshaus eröffnet.
    Franziska Diek hat in Türkheim ein Auktionshaus eröffnet. Foto: Manuela Antosch

    Türkheim Die ersten Objekte, die Franziska Diek versteigert hat, waren Kuscheltiere. Für 36 Euro gingen eine Katze, eine Robbe und ein Hund über den Ladentisch. Aber bei den Stofftieren soll es nicht bleiben. Franziska Diek, promovierte Kunsthistorikerin, hat größere Schätze in ihrem Lager: Gemälde, Porzellan, Möbel, Volkskunst. Sie hat in Türkheim ein Auktionshaus eröffnet.

    Franziska Diek kommt aus der Nähe von Kempten, hat in Eichstätt und Tübingen Kunstgeschichte studiert und im Sommer ihre Promotion über die Deckenfresken von Schloss Ludwigsburg an der Universität München abgeschlossen.

    Jetzt hat sie sich selbstständig gemacht – und die passenden Räume für ihre Pläne im Türkheimer „Businesspark A96“ auf dem ehemaligen Schneider-Gelände gefunden. Einen Büro- und einen Lagerraum, mehr braucht sie nicht. Denn Geschäft will sie vor allem übers Internet machen.

    Auktionen laufen in Türkheim anders ab

    Die Auktionen laufen in Türkheim anders ab als in traditionellen Häusern: Der Einlieferer bringt sein Objekt, Diek schätzt es dann oder überprüft die Preisvorstellung des Kunden. Sobald der Vertrag zustande gekommen ist, stellt die Kunsthistorikerin das Objekt ins Internet. Es steht dann 19 Tage im Online-Katalog. Wenn es dann nicht ersteigert wurde, kann der Einlieferer das Angebot noch mal um 19 Tage verlängern. „Das ist ein Vorteil: Wir haben nicht nur viermal im Jahr eine Versteigerung, sondern ständig“, sagt die junge Geschäftsfrau. So komme der Kunde schneller an sein Geld. Auf den Zuschlagspreis erhebt Diek 19 Prozent Provision, bei Erlösen von mehr als 2500 Euro wird der Prozentsatz niedriger.

    Wichtig sei ihr „eine kompetente Beratung“ – damit nicht so etwas passiert wie in Augsburg: Dort hatte ein Auktionator einen Perserteppich auf 900 Euro geschätzt. Ein paar Monate darauf wurde er in London für rund 7,2 Millionen Euro versteigert (wir berichteten). Über den Fall kann Diek nur den Kopf schütteln. „Wir wollen dem Einlieferer und dem Bieter größtmögliche Sicherheit bieten“, meint sie. Dafür müsse man eben notfalls noch einen zweiten oder dritten Experten zurate ziehen. Schließlich sei Vertrauen im Antiquitätengeschäft extrem wichtig.

    Porzellan, Volkskunst und Möbel

    Der Diplom-Restaurator Harald Decker arbeitet freiberuflich für sie, unterstützt beim Bewerten. Und bietet an, die Objekte zu säubern oder reparieren, wenn sie verschmutzt oder beschädigt sind. „Dann ist der Preis oft wesentlich besser“, sagt Franziska Diek. Sie hat Porzellan, Volkskunst, Gemälde und Möbel im Programm. Sie betont außerdem, dass ihr Geschäft nicht nur übers Internet laufe: Man könne sich die Objekte jederzeit in Türkheim anschauen. Bieten könne man nicht nur online, sondern auch per Brief, Fax oder vor Ort. Sammler könnten genauso kommen wie Menschen, die eine Wohnung auflösen.

    Mittlerweile warten in den Regalen schon einige Dinge auf einen neuen Besitzer: Skulpturen, Glas, Militaria, Volkskunst, Silber, Möbel. Bei den Gemälden lehnt auch „D’Artagnan“ von Herman-Maurice Cossmann. Startgebot: 1200 Euro. Schon eine andere Kategorie als die Kuscheltiere.

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