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22. Dezember 2011 19:00 Uhr

Kreistag

„Spielplatz statt Becken“ wird erneut diskutiert

Heute gründet sich ein Förderverein zum Erhalt der Bäder im Landkreis. Stilllegung eines Beckens in Greifenberg offen

Das Nichtschwimmerbecken in Greifenberg soll laut Beschluss des Kreisausschusses stillgelegt werden. Die Entscheidung ist aber noch nicht endgültig.
Foto: Thorsten Jordan

Greifenberg Die geplante Stilllegung des Nichtschwimmerbeckens im Warmfreibad in Greifenberg soll im Februar noch einmal intensiv im Kreisausschuss beraten werden. Diesen Vorschlag machte Landrat Walter Eichner in der Sitzung des Kreistages. Kritik an der Ende November gefällten Entscheidung, das Becken in einen Spielplatz umzuwandeln, hatten Nutzer und Kommunalpolitiker geübt (LT berichtete). Heute soll sich zudem in Landsberg ein Förderverein gründen, der sich den Erhalt und die Unterstützung der Bäder im Landkreis auf die Fahnen geschrieben hat.

Mehrere altersbedingte Spannungsrisse an den Leitungen des Beckens hatten die Finanzverwaltung veranlasst, den Mitgliedern des Kreisausschusses zwei Lösungen zu präsentieren: die Reparatur der Rohrleitungen für mindestens 60000 Euro oder die Stilllegung des 33 Meter langen Beckens. Kreiskämmerer Jürgen Felbinger schlug vor, das Becken abzubrechen, mit Kies zu befüllen und eine Rasenfläche herzustellen. Auf dieser Fläche solle eine Kinderspielplatz angelegt werden. Als Begründung für die Stilllegung nannte er neben den Kosten, dass das Becken lediglich an durchschnittlich 15 Hochsommertagen stark frequentiert wird.

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Der Kreisausschuss stimmte mit einer Gegenstimme für die Stilllegung des Beckens. In den Haushalt des nächsten Jahres wurden für die Maßnahme 30000 Euro eingestellt. Die restlichen 20000 Euro solle ein Förderverein liefern, dessen Gründung Kreisrat Markus Wasserle (FDP) in Aussicht gestellt hatte. Heute Nachmittag soll der Förderverein zum Erhalt und zur Unterstützung der Bäder im Landkreis Landsberg ins Leben gerufen werden, wie Jonas Pioch gestern gegenüber dem LT sagte. Wie der Stadtrat der Landsberger Mitte sagt, wollen sich auch Bürgermeister, Kreis- und Stadträte sowie Bürger engagieren.

Mitglieder des Fördervereins könnten nach Meinung von Markus Wasserle auch Gemeinden werden. Man habe sich bewusst dazu entschieden, alle Bäder im Landkreis zu unterstützen. Vorrang habe aber derzeit das Warmfreibad in Greifenberg. Dessen Erhalt fordern neben Nutzern – beim Landratsamt gingen laut Landrat Walter Eichner einige Beschwerden ein – auch Bürgermeister und Gemeinderat aus Greifenberg. In einem Schreiben appellieren sie an alle Verantwortlichen der Kreispolitik die Entscheidung noch einmal zu überdenken und das Nichtschwimmerbecken doch zu sanieren. Durch die Stilllegung büße die gesamte Badeanlage an Attraktivität ein. Die befürchteten Einbrüche beim Eintritt könnten eine baldige Schließung des Bades zur Folge haben. „Niemand bezahlt Eintritt für einen Spielplatz“, schreibt Bürgermeister Johann Albrecht.

An einen Tisch setzen

Unterstützung erhält der Greifenberger Rathauschef von seinen Kollegen Siegfried Luge (Eching) und Peter Wittmaak (Schondorf). „Wir sollten uns an einen Tisch setzen und ein Konzept erstellen“, sagte Luge in der Sitzung des Kreistages. Seiner Information nach, sei das Becken noch gut besucht. Daher sei es positiv, dass das Thema im Februar erneut auf den Tisch kommt.

Landrat Walter Eichner wünscht sich dann einen grundsätzlichen Beschluss: Schließung beziehungsweise private Übernahme oder Erhalt als Einrichtung des Landkreises. Die Gemeinden sieht er in der Pflicht, sich am Fortbestand des Bades finanziell zu beteiligen.

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