Danders Arbeiten sind Installationen und Collagen. "Jedes Material trägt eine Botschaft, eine Geschichte in sich", sagt er. Die Idee entzünde sich am Material, zitiert er. Und so hat er an 147 Orten auf der Welt zu unterschiedlichen Zeiten Fundsachen zusammengetragen, sie in ebenso viele gleich aussehende Flaschen gefüllt, in einem Regal aufgereiht und das Ganze "Archäologie der Zukunft" betitelt. Jede Flasche trägt eine Nummer, anhand derer sie in einem zugehörigen Index wiederzufinden ist, der ihren Inhalt und dessen Herkunft beschreibt. "Künftig brauchen Archäologen nicht mehr zu graben, sondern nur nachzuschlagen", sagt Klaus Dander, dessen Signatur Suared sich aus den rückwärts gelesenen letzten Silben seines Vor- und Nachnamens zusammensetzt.
Projekt der Konsumpiraterie
Das Überschussmaterial befindet sich in zwei transparenten Kunststoffsäulen mit Kupferabdeckungen. Sie stehen in Zusammenhang mit dem "Säulenfeld" am Eingang der Säulenhalle. An die venezianischen Holzsäulen erinnernd, bestehen sie aus nach innen aufgerollten Werbeplakaten. Dieses "Projekt der Konsumpiraterie", wie Dander sagt, stellt wiederum den Gegenpol dar zum zweiten Ausstellungsthema Konsum.
"Der Ursprung allen Konsums sind Gummibärchen", sagt Dander. Als Quengelware an Supermarktkassen ausliegend, wirkten sie auch im Erwachsenenalter noch als "eine Art Betäubungsmittel". Dander hat einen KoKa, Konsumkalender, erdacht und ein "KoMa", das Konsum-Mandala, das ebenfalls auf der Wirkung der süßen Tiere basiert.
Aus Hölzern und Tierknochen bestehen die Skulpturen. Danders Bilder in Mischtechnik greifen die Lebenswirklichkeit in Afghanistan, wo er sich beruflich aufhielt, auf. Ein Tryptichon aus Bild, Sofa und Teppich stellt dar, wie sich Formen von der Fläche in den Raum entwickeln. Dander verwendet chinesische Zeitungen, Leim, Farbe und so Alltägliches wie ein Biedermeier-Sofa oder einen Teppich.
Während der Ausstellung sammelt Dander für kriegsgeschädigte Kinder in Afghanistan, nutzt seine Kontakte vor Ort, um die Spenden direkt und ohne Umwege Notleidenden zugute kommen zu lassen. Als Vorbild dient Dander Irmtraud Weger, die ihn einst als Lehrling zu Siemens Deutschland geholt hatte. Die 91-jährige Dame, Ehrengast der Geburtstags-Vernissage, hatte nach ihrer Pensionierung die Tibethilfe ausgebaut und im Lauf von 30 Jahren 127 Millionen Euro gesammelt. Nach ihrem Vorbild möchte Dander die Spender direkt über die Verwendung der Spendengelder informieren.
Spuren Die Ausstellung in der Säulenhalle ist bis 13. November täglich von 12 bis 20 Uhr geöffnet. Unter seinem Künstlernamen Suared zeigt Klaus Dander aus Brixen Installationen, Collagen, Skulpturen und Bilder. Sein wichtigstes Material sind Fundstücke aus aller Welt.