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02. September 2010 18:50 Uhr

Stadtsaal ist derzeit kein Thema

Landsberg Über den Neubau eines Stadtsaals wurde zuletzt Ende März im Stadtrat diskutiert. Damals lehnte eine deutliche Mehrheit die Pläne auf dem Gelände der alten Papierfabrik (ehemals MiniMal) in der Augsburger Straße ab. Wenige Tage vor der Sitzung hatte Stadtrat Dr. Benedikt Ball (CSU) den Antrag gestellt, vor einer Entscheidung über einen möglichen Standort ein Nutzungskonzept zu erstellen. Zwar erhielt er Mitte Juli eine Antwort, weiter verfolgt wurde sein Antrag aber nicht. Für Oberbürgermeister Ingo Lehmann ist das Thema derzeit nicht "vordringlich".

Der Rathauschef spricht von einer Art Alibi-Antrag, weil sich eine Mehrheit der CSU-Fraktion bei der nichtöffentlichen Sitzung im März gegen die Pläne entschieden habe. Doch nicht nur die Stadträte der CSU hatten vor hohen Unterhalts- und Betriebskosten gewarnt (LT berichtete). Zudem war der Kauf des Grundstücks an der Augsburger Straße von vielen als finanzieller Drahtseilakt angesehen worden. Als "diffus" bezeichnet Ingo Lehmann die damalige Diskussion. Vielschichtige Argumente seien ausgetauscht worden. In erster Linie hätten die Stadträte über den Standort, die Kosten und die Folgekosten gesprochen.

Im Moment ist das Thema "Stadtsaal" für den Oberbürgermeister nicht aktuell. Es gebe dringlichere Projekte. Zuerst müsse ein neuer Standort gefunden werden. Der soll seiner Meinung nach in der Innenstadt liegen. Eine Nutzung bestehender Gebäude oder Flächen sei erstrebenswert. Die Ablehnung des Projekts am Standort MiniMal sieht Ingo Lehmann als verpasste Chance. Dort hätte zunächst nur Grund erworben werden sollen. Benedikt Ball wünscht sich in seinem Antrag eine andere Herangehensweise. Vor Erteilung erster Planungs- oder gar Bauaufträge für einen Stadtsaal sollen seiner Ansicht nach eine Bedarfsanalyse und ein Nutzungskonzept erstellt werden. Zudem müssten die voraussichtlichen Betriebs- und Unterhaltskosten dargestellt werden. Vor einer Investition von mehreren Millionen Euro sollte den Entscheidungsträgern eine solide und vernünftige Ausarbeitung zum Betrieb eines Stadtsaales vorliegen, schreibt der CSU-Stadtrat in seinem Antrag. Insbesondere die finanzielle Belastung für den städtischen Haushalt aus den Folgekosten müsse bekannt sein.

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Kleiner Konzerte oder Schulfeiern möglich

Seine Fragen unter anderem nach voraussichtlichen Betriebs- und Personalkosten sowie zu den Auswirkungen eines Stadtsaales auf die Nutzung bestehender Gebäude der Stadt sieht Benedikt Ball nur unzureichend beantwortet. In der Antwort auf den Antrag wird von FUN-Leiter Anton Sirch von einer Entlastung für das Stadttheater und die Sporthalle im Sportzentrum ausgegangen. Zudem wären in einem Stadtsaal unter der Woche Firmenveranstaltungen, kleinere Konzerte oder Schulfeiern möglich. Durchschnittlich, so Anton Sirch in seinem Schreiben vom 20. Juli, gebe es wöchentlich ein- bis zweimal Anfragen nach Veranstaltungen während der Woche und an Samstagen, die FUN nicht bedienen könne. (wu)

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