Startseite
Icon Pfeil nach unten
Landsberg
Icon Pfeil nach unten
Greifenberg
Icon Pfeil nach unten

Geburtstag: Stets eifrig und aktiv sein

Geburtstag

Stets eifrig und aktiv sein

  • |
  • |
  • |
    Gertrud Dietrich feierte gestern in Greifenberg ihren 100. Geburtstag.
    Gertrud Dietrich feierte gestern in Greifenberg ihren 100. Geburtstag. Foto: Foto: Romi Löbhard

    Greifenberg „Es ist nicht immer so einfach gewesen wie heutzutage, aber eifrig und aktiv sein ist trotzdem das Wichtigste.“ Eine gleichermaßen simple wie klare Formel für ein langes Leben – bei Gertrud Dietrich hat sie gewirkt: Die Greifenbergerin, von der diese Devise stammt, konnte gestern ihren 100. Geburtstag feiern. Das Schönste für die Jubilarin ist, dass sie immer noch in ihrem Haus in der Badstraße wohnen kann. „Weil hier Nachbarschaftshilfe groß geschrieben wird“, sagt Gertrud Dietrich. So ganz ohne Unterstützendes „unter die Arme greifen“ geht es halt doch nicht mehr. Aber immerhin war bis zum Sommer 2009 eine selbstständige Lebensführung möglich. Jetzt erledigt ein Nachbar die geschäftlichen Dinge für sie, ein ortsansässiger Pflegedienst unterstützt sie bei der Körperpflege und seit ein paar Monaten hält eine Haushaltshilfe das Haus in Schuss.

    Geboren ist Gertrud Dietrich als Gertrud Betz am 2. Dezember 1911 in Essen. Als sie sechs Jahre alt war, zog die Familie nach München, wo die Jubilarin acht Jahre lang die Schulbank drückte. Es folgte eine Ausbildung zur Damenschneiderin, „für mein Gesellenstück habe ich den zweiten Preis bekommen“, erinnert sie sich stolz. In einer anschließenden „Babylehre“, wie die Seniorin die Weiterbildung nennt, ging es um den Umgang mit und die Ernährung von Kleinkindern. Zweimal hintereinander konnte Gertrud Dietrich als Kinderfrau arbeiten.

    Die nächste Arbeitsstelle führte Gertrud bereits nach Greifenberg. „Ich hab im Schloss beim Baron von Perfall als Zimmermädchen gearbeitet.“ In dieser Zeit hat sie ihren späteren Ehemann Max kennengelernt, einen Eisenbahner mit günstiger Eisenbahnerwohnung mitten in München, wo das Paar nach der Hochzeit in der Allerseelenkirche beim Münchner Nordfriedhof viele Jahre wohnte. Neben ihren Aufgaben als Mutter eines Sohnes, ebenfalls Max mit Namen, fertigte die gelernte Schneiderin in Heimarbeit Rauchmäntel und Baldachine für ein Paramentengeschäft. Das Haus in der Badstraße in Greifenberg haben die Jubilarin und ihr Sohn Max in den 1970er Jahren gebaut und es zunächst als Wochenenddomizil genutzt. Hier genießt die Jubilarin Garten und Natur, spaziert mit dem Rollator ein paar Schritte und lässt sich, den Nachbarn sei Dank, bei gutem Wetter mit dem Rollstuhl spazieren fahren. „Gertrud Dietrich ist modebewusst und sehr ordentlich, achtet auf sich“, sagt Nachbarin Dorothé Mooshuber über die Jubilarin. „Bevor sie das Haus verlässt, ist ein Blick in den Spiegel obligatorisch.“ (löbh)

    Diskutieren Sie mit
    XXX 0 Kommentare
    hier kommen komentare rein
    Dieser Artikel kann nicht mehr kommentiert werden