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30. November 2011 11:00 Uhr

Schülerblasorchester

Überschäumende Freude auf Weihnachten

Dirigent animiert bei Adventskonzert zu ungeahnten Leistungen

Mit viel Schwung stimmte das Schülerblasorchester St. Ottilien auf die Weihnachtszeit ein.
Foto: Romi Löbhard

St. Ottilien Hinter sich ein brechend voller Zuhörerraum, vor sich eine nicht minder bestückte Bühne, auf der kaum noch ein Durchkommen möglich ist, da gibt es eigentlich nur zwei Möglichkeiten: Platzangst oder Spaß. Bei Hans-Günter Schwanzer scheint es Spaß zu sein, so gut aufgelegt, wie der Musikerzieher „sein“ Schülerblasorchester St. Ottilien beim jüngsten Auftritt im Festsaal des Rhabanus-Maurus-Gymnasiums beieinander hielt, führte und zu ungeahnten Leistungen animierte.

„Adventskonzert“, das hört sich nach getragenen Weisen in heimeliger Atmosphäre an. Getragen war das mittlerweile zehnte Konzert seiner Art zuweilen, Schwung und überschäumende Vorfreude auf Weihnachten überwogen allerdings im Programm. Mit einem höfischen Schreittanz, der bekannten Sarabande von Georg Friedrich Händel, spielten die rund 80 Musiker ihre Instrumente ein und mit dem „Abendsegen“ aus der Humperdinck-Oper „Hänsel und Gretel“ warm. Es folgten mehrere Solistenstücke, präsentiert von Zwölftklässlern, von Schülern also, denen bereits ein Hauch von Abschied um die Nase weht.

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Zum Weinen schönes Solo „Sweet Sunset“

Als erste spielten Magdalena Baader und Felicitas Hauer sehr sauber und einheitlich, ein Solo für zwei Hörner von Pavel Stanjek. Mit Clara Eichberger verlässt nach dem Abitur im kommenden Jahr, nicht nur ein wie Schwanzer erklärte, ziemlich zuverlässiger Vorstand, sondern auch eine hervorragende Oboistin das Schülerblasorchester. Ihr Solo bei „Sweet Sunset“ (Jan de Haan) war zum Weinen schön. Sehr mutig waren Thomas Klaßmüller und Alexander Winter, die für ihre rasant schnell komponierten Soli beim Konzert für zwei Trompeten und Orchester von Antonio Vivaldi nicht ganz einfach zu intonierende Piccolotrompeten wählten, diese jedoch perfekt beherrschten. Weitere Solistin war Carla Hofbauer (Klarinette) bei einigen Takten von „Air“, einem Satz aus der „New Baroc Suite“ von Ted Huggens. Langsam wurde das Programm winterlich und vorweihnachtlich, Klassiker waren im weiteren Verlauf angesagt. Schwanzer und das Orchester zeichneten die Pirouetten, Sprünge und auch Stürze beim „Schlittschuhläuferwalzer“ musikalisch nach und machten sich mit Leroy Anderson auf zu einem lustigen „Sleigh Ride“.

Auch „White Christmas“ fehlte nicht

Die Musiker wünschten sich und den Zuhörern mit Irving Berlins Edelklassiker „White Christmas“ eine schöne Winterwelt. Ganz andere Wünsche hatte Mariah Carey in ihrem Song „All I want for Christmas...“, denen sich die Musiker in einer Fassung für Blasorchester anschlossen.

Im Affenzahn durch St. Petersburg – Hans-Günter Schwanzer macht das Unmögliche möglich. Bei der „Petersburger Schlittenfahrt“ lässt er so die Peitsche knallen, dass die Pferdchen (Musiker) vom sanften Trab in einen wilden Galopp fallen (müssen) – und dabei nie aus dem Tritt (aus der Puste) geraten. Das schnelle Dirigat wird durchgezogen, der Schwung bis zum Ende durchgehalten. Zugabengeschenk der Musiker für ihr begeistertes Publikum, für den Nachhauseweg beziehungsweise das kurze Innehalten bei Punsch und Plätzchen, war die Friedenshymne „Leningrad“, Billy Joels eindringlicher Appell gegen alles Kriegerische. (löbh)

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