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05. November 2010 18:15 Uhr

Um Vertrauen werben

St. Ottilien Es sind Herbstferien am Gymnasium St. Ottilien und doch geht es in den Klassenzimmern hoch her. Dort haben sich in der vergangenen Woche 190 Mitarbeiter benediktinischer Schulen zum Austausch getroffen. Bei seiner Begrüßung der Teilnehmer aus 23 Ländern war Abtprimas Notker Wolf die Freude über die doppelte Farbenvielfalt in diesen Herbsttagen ins Gesicht geschrieben. Laien, Mönche und Schwestern aller Hautfarben und in unterschiedlichen Ordenstrachten prägen das Bild der fünften ICBE-Konferenz (siehe Kasten).

190 Mitarbeiter benediktinischer Schulen haben sich in der vergangenen Woche in St. Ottilien zum Ideen- und Erfahrungsaustausch getroffen. Foto: Stefanie Merlin
Foto: Stefanie Merlin

Auf dem Podium saßen neben dem Vorstand der Kommission für benediktinische Erziehung, Frater Christopher Jamison aus der Abtei Worth in England, die Vertreter der Benediktinerschulen aller Erdteile. In seiner Eröffnungsrede erklärte Jamison, dass es zu den Kernaufgaben der benediktinisch geprägten Schulen gehöre, dem weltweit zunehmenden Vertrauensverlust in der Gesellschaft entgegenzuwirken. Die Gründe dafür, dass der Satz "trau mir, ich bin ein Priester" heute nicht mehr ohne Weiteres als Vertrauensbasis gelte, lägen sowohl an der Kirche als an der Gesellschaft, die, so Jamison weiter, zunehmend skeptischer werde: "Vom Papst bis zu den Politikern - keinem traut man mehr." "Dabei ist es unsere Aufgabe für tiefes Vertrauen zu werben, mit offenen und ehrlichen Gesprächen, dem benediktinischen "conversatio morum", der Forderung nach Umkehr und Umdenken, und einem beispielgebenden gemeinschaftlichen Leben", sagte der Pädagoge.

Bruder Josef Götz, Lehrer am Rhabanus-Maurus-Gymnasium und Organisator der Konferenz, skizzierte die Leitlinien für die Zukunft der Schulen aus der benediktinischen Tradition. Solidarität untereinander und die Synthese aus der ererbten benediktinischen Tradition und gleichzeitig eine kultursensible Öffnung, stehen dabei an oberster Stelle, so Götz.

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Der Programmschwerpunkt der Konferenz lag neben gemeinsamen Gottesdiensten und Gebetszeiten auf dem Kennenlernen und dem Austausch in kleinen Gesprächsgruppen. In sogenannten "best practice workshops" wurden vorbildliche Beispiele aus der Schulpraxis vorgestellt und diskutiert. Unter dem Motto "Communio (Gemeinschaft) - ein benediktinisches Geschenk für die Zukunft" beraten die Pädagogen über ein breites Themenspektrum, das den globalen Zusammenhängen und der Solidarität unter den Schulen Rechnung trägt. Für die Erzabtei stellte Br. Josef das Projekt für erneuerbare Energien in St. Ottilien vor. Die "Schwestern vom guten Samariter" berichteten von den Herausforderungen, die sie bei ihrer Arbeit auf den Philippinen, in Kiribati und Ost-Timor erleben, die infolge des Klimawandels von Überschwemmung bedroht sind.

Neben der Rolle der Regel des heiligen Benedikt in der Pädagogik beschäftigten sich die Arbeitskreise auch mit Themen mit aktuellem Bezug: "Sichere Schulen - die Bewältigung der Missbrauchskrise", "Die Auswirkungen der Fußball WM 2010 auf die südafrikanischen Benediktiner-Schulen". (sme)

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