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02. Februar 2012 16:55 Uhr

Neujahrskaffee

Von St. Georg nach St. Johann

Die Veranstaltung ist die Gleiche, doch der Zweck hat sich geändert: Geld für die Sanierung der Friedhofskirche zu erhalten

Dießen Der Neujahrskaffee 2012, vom Pfarrgemeinderat Mariä Himmelfahrt aus den Händen der Gemeinschaft der Vereine gerne als Erbe übernommen, war am Sonntag, 29. Januar, ein Erfolg: Das berichten die Veranstalter über den geselligen Anlass im Traidtcasten. Über 100 Gäste fanden sich in dem von Hausmeister Karlheinz Metzger und seinen Mitstreitern dekorierten ehemaligen Getreidespeicher ein. Für Kaffee und andere Getränke war gesorgt; 25 gespendete Kuchen präsentierten sich nach und nach hinter der Ausgabetheke der Katholischen Arbeitnehmerbewegung und vier Sammelbüchsen standen für die Spenden der Anwesenden bereit.

Die zahlreichen Kaffeetrinker begrüßend dankte Pfarrgemeinderatsvorsitzender Volker Bippus für das Kommen und das beabsichtigte Wohlwollen. Das Vertrauen in eine neue Veranstaltungsgemeinschaft zur „Sanierung der Kirche St. Johann“ freue Pfarrer Manfred Mayr und die Pfarrgemeinderäte. Zusammen mit Peter Keck, der die Gemeinschaft der Vereine geleitet hatte, hoffen Bippus und Kirchenpfleger Martin Mayer, dieses neue Projekt mit ähnlich langem Atem wie bei der Renovierung der Kirche St. Georgen verfolgen zu können.

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Anschließend ergriff Martin Mayer das Wort. Seit sieben Jahren ist er Kirchenpfleger von St. Johann; auch seine Frau ist dort ehrenamtlich engagiert, ebenso Sohn Michael als Pfarrgemeinderatsmitglied und Ministrant. Der Kirchenpfleger gab den Gästen eine historische Übersicht zu St. Johann.

Fassade und Putz stehen an

Im Jahre 1573 wurde der Friedhof errichtet, 1584 folgte die Erbauung einer kleinen ersten St.-Johann-Kirche. 1740 war es dann Propst Herkulan Karg, der den Sakralbau erweiterte. Unter Propst Berchtold Wolf vollzog sich, in der Nachfolge des Rokoko, im Baustil des Frühklassizismus 1777-1780 der große Umbau. Dabei gestaltete der Raistinger Thomas Schaidhauf, übrigens auch Erbauer des St. Georgener Hauptaltars sowie der St. Albaner Altäre, die Kanzel und die drei Altäre der Dießener Friedhofskirche.

Um sie nach der Säkularisation vom Verfall zu retten, übernahm der Markt Dießen zu Beginn des 19. Jahrhunderts zeitweise die Kirche. Rund hundert Jahre später, 1910, ließ Ludwig Freiherr von Schacky die Altäre renovieren. 1962/1963 veranlasste Pfarrer Hermann Neukam eine teilweise Unterfangung und große Renovierung unter der Leitung des Dießener Bauingenieurs Alfons Knoller. Laut Mayer müssen in St. Johann jetzt Fassade und Putz saniert werden. Außerdem werde der Zustand des Daches und die Statik des Gebäudes geprüft.

Ergänzend erwähnte Kirchenpfleger Mayer, dass die Kirche seinerzeit Grabstätte der Markt-, See- und Forstrichter war. Daran erinnern auch die beiden Kupfertafeln rechts und links vor dem Gitter. Sie beschreiben den Lebenslauf von Richter Franz Ferdinand von Helmberg (1656-1743) und seiner Ehefrau. Abschließend konnte im Traidtcasten für Aufmerksamkeit und Spenden gedankt werden: Am Ende des Kaffeenachmittags durften sich die Veranstalter über 900 Euro für die Sanierung der Kirche St. Johann freuen. (lt)

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