Eresing Neuerungen beim Pflanzenschutz, pflanzenbauliche Tipps zur richtigen Sortenwahl und die Bedeutung der Gülle als Dünger, darüber konnten sich Landwirte am Dienstag im Alten Wirt in Eresing informieren. Das Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (AELF) hatte zum Pflanzenbautag eingeladen. Bauern müssen sich auch an organisatorische Neuerungen gewöhnen: Der Mehrfachantrag, der für die EU-Subventionen auszufüllen ist, muss jetzt online erstellt werden.
Mais spielt heutzutage nicht nur als Viehnahrung eine Rolle, sondern auch als Substrat für Biogasanlagen: Sabine Braun vom AELF hielt einen Vortrag, der unter anderem die besten Maissorten für den Silomais, Biogasmais- und Körnermaisanbau für den Landkreis zu Thema hatte. Beim Getreide lag Brauns Schwerpunkt beim Winterweizen und den besten Sorten für die unterschiedlichen Qualitätskategorien.
Ammonium geht in die Luft
Wenn’s auf den Feldern stinkt, ist dies auch für den Landwirt nicht gut: Denn Gülle verliert an Düngewert, wenn sich Ammonium in die Luft verflüchtigt. Dies trägt auch zum Treibhauseffekt bei. Die Bedeutung von Gülle und Biogasgärresten als hochwertiger Dünger hob der Pflanzenbauberater des Erzeugerrings Südbayern, Franz Wörle hervor . „Es gibt nahezu keine Mineraldünger, der in der Nährstoffzusammensetzung so optimal ist wie Gülle“, berichtete Alfred Höcherl vom AELF dem LT. Der monetäre Wert von einem Kubikmeter Gülle liege bei acht bis neun Euro.
Darum sei es wichtig, die Landwirte dafür zu sensibilisieren, die Gülle gleich in den Boden einzuarbeiten, so Höcherl. Seit 1. Januar 2012 gelte auch, dass die Gülle innerhalb von vier Stunden nach dem Ausbringen eingearbeitet sein muss. „Die meisten Verluste gibt es bis eine Stunde nach dem Ausbringen.“ Am elegantesten sei eine Injektionstechnik zu wählen mit Geräten, die die Gülle über Schläuche in die Bodenoberfläche einbringen. Auf unbestelltem Ackerland kann laut Höcherl die Gülle auch mit einem Grubber eingebracht werden.
Gärreste haben ähnliche Nährwerte
Für Grünland gebe es eine Schlitztechnik, diese sei aber noch nicht lange erprobt und die Schlitze verletzten die Grasnarbe. Auf der Wiese rät Höcherl zu dünner Gülle, die schnell in den Boden sickert. Biogasgärreste aus Anlagen, die nachwachsende Rohstoffe oder Tiergülle vergärten, hätten weniger Trockensubstanz als Güllle, seien aber in der Nährstoffzusammensetzung ähnlich, aber schwankender hinsichtlich der Inhaltsstoffe.
Nicht nur die Düngung, sondern auch der Pflanzenschutz sorgt für höhere Erträge: Manfred Faber vom Fachzentrum Pflanzenbau in Augsburg informierte über gesetzliche Änderungen, beispielsweise die Dokumentationspflicht. Der Landwirt muss festhalten, welche Mittel er wann und wo verwendet hat und diese Aufzeichnungen neun Jahre aufbewahren. Dies sei aber auch eine Sicherheit, so Höcherl. Der Landwirt habe einen Beleg über eine ordnungsgemäße Verwendung. Faber berichtete auch von einer neuen Mittelgruppe gegen Pilzkrankheiten im Getreidebau. „Die neuen Wirkstoffe sind hochwirkungsvoll“, so Höcherl. Im Schnitt der Jahre werde bei Wintergerste 14 Doppelzentner pro Hektar mehr gedroschen beim richtigen Fungizideinsatz.
Thema waren auch die von Mittel zu Mittel variierenden Abstandsregelungen vor allem zu Gewässern. Hierzu kamen laut Höcherl die meisten Fragen aus der Runde der 80 Landwirte, die sich im Alten Wirt eingefunden hatten.