Die Gastronomieszene in Dießen am Ammersee ist in Bewegung. Was es wo von wem Neues und Leckeres gibt: Von Stephanie MIllonig



Frank Seiffert von der „Pfeffermühle“ wird das Riederauer Strandbad übernehmen, die Feuerschützen haben eine neue Wirtin, im historischen Badhaus in Dießen können wieder Cocktails geschlürft werden, im Kultcafé übernimmt ein Konditor das Zepter und in einigen Wochen steht auch im Maurerhansl ein Wechsel an: Die Gastronomieszene in Dießen ist in Bewegung.
Strandbad Riederau: Nachdem die Gemeinde und Roger Jürgens das zu Jahresbeginn begonnene Pachtverhältnis für das Strandbad in Riederau wieder aufgelöst hatten, hat sich der Gemeinderat am Montagabend für Frank Seiffert als neuen Badpächter entschieden – für zunächst fünf Jahre. Seiffert, der die Pfeffermühle weiter betreibt, hatte bereits im Herbst zu den Bewerbern gehört, war jedoch nicht zum Zug gekommen. Jetzt konnte er sich unter rund zehn Interessenten durchsetzen, berichtete Bürgermeister Herbert Kirschaus nichtöffentlicher Sitzung. Die Einnahmeausfälle der Gemeinde aufgrund der vorzeitigen Auflösung des Vertrags mit Jürgens sind laut Kirsch überschaubar. Es fehle nur der Erlös der Eintrittskarten, die seit Anfang April nicht verkauft werden konnten. Das Strandbad soll nun in zwei bis drei Wochen geöffnet werden, sagte Seiffert. Hauptanliegen sei es, zuerst einmal das Grundstück aufzumachen und einen Kioskbetrieb zu ermöglichen.
Schützengarten: Jagdtrophäen und Schützenscheiben an der Wand – keine unüblichen Utensilien für ein Schützenlokal. Doch mit Julia Steinel als neue Wirtin hat das jetzt als „Schützengarten“ firmierende Lokal am Augustinerberg einen etwas anderen Charakter bekommen. Die Steinbockhörner haben einen goldenen Überzug und rote Bommeln herunterhängen. Pink, Apfelgrün und Türkis sind die Farben an Wänden und Theke, bunte witzige Stofflampen erhellen das Lokal: Die Handschrift von Raumgestalterin Barbara Gottschalk ist unverkennbar. „Wir finden es unheimlich gut“, sagt Schützenmeister Jakob Stainer von der Königlich Privilegierten Feuerschützengesellschaft Dießen vor 1420, „Julia hat ein tolles Gespür“. Für den Schützenchef ist die Wirtin ein „Glückslos“, seit eineinhalb Jahren sei das Vereinslokal nicht mehr bewirtschaftet worden.
Julia Steinel war für das Kurzfilmfestival, welches in der Schützenhalle stattfand, mit dem Catering beauftragt. Dadurch entstand im Herbst der Kontakt mit den Schützen. Die Wirtschaft wurde für den Neuanfang etwas verkleinert, ein Jugendraum abgetrennt, hinten gibt es noch das Schützenstüberl. Und es gibt den Biergarten, für Stainer ist es „der Schönste in Dießen“, aber er sei aber leider nicht so bekannt.
Den Dießenern ist Julia Steinel, die seit sechs Jahren in der Ammerseegemeinde lebt, unter anderem als Köchin in der Markthalle bekannt, außerdem bietet sie einen Cateringservice an. Erfahrungen in der Gastronomie hat die 33-Jährige unter anderem als Wirtin der Prager Hütte am Großvenediger, die sie zwei Jahre lang mitleitete. Geöffnet sein soll der Schützengarten Mittwoch bis Sonntag, am Wochenende auch mittags. „Vom Tafelspitz bis zum Thai-Curry“ soll das kulinarische Angebot beides umfassen: bodenständige Küche sowie Exotisch-Vegetarisches.
Kultcafé: Im Kultcafé beginnt Anfang Mai ein neuer Pächter. Zumindest beim Vornamen hat sich nichts geändert: Michael Fluch folgt auf Michael Schmidt. Fluch ist Konditormeister und war, wie er erzählt, auf einem Kreuzfahrtschiff Chefpatissier und arbeitete auch als Koch. Im Kultcafé soll französische Küche mit österreichischen und regionalen Anteilen die Menükarte bestimmen. Die Eltern des Wirts stammen aus Österreich und Fluch will auch Salzburger Nockerl, Kaiserschmarrn und Malakoff-Torte servieren. „Ich hatte schon länger geplant, mich selbstständig zu machen“, erzählt der 26-Jährige, der künftig in Riederau daheim sein wird. Im Internet sei er auf das Kultcafé gestoßen und ihm habe das Lokal vom Design her gleich gefallen. Das Kultcafé behältseinen Namen, bekommt aber den Zusatz „Restaurant“. Auch Veranstaltungen soll es wieder geben, für große Feiern kann laut Fluch der Saal einbezogen werden. Der junge Mann hat eine vertraute Mannschaft: Freundin Jennifer Oder serviert und ein Kollege vom Kreuzfahrtschiff, Christian Völler, kocht.
Francos Crazy Bar: In den historischen Keller gegenüber dem Rathaus ist im Februar Franco Arbia mit seiner „Crazy Bar“ gezogen. Auch der 48-Jährige ist kein Unbekannter in Dießen, als Koch und im Service unterstützt er seinen Bruder Mario in der Pizzeria La Gondola, die Bar ist sein erstes eigenes Lokal. Der Gewölbekeller ist innen bunter geworden und auch das Programm: Jeden Tag herrscht ein anderes Motto, von Karaoke, über Latino Music bis zum Fox-Abend. Am Samstag, 16. April, ist Latino-Party mit DJ Beto angesagt.
Mauerhansl: Wie es im Maurerhansl weitergeht, ist noch offen, laut Eigentümer Maran Fesser gibt es schon Pläne, „es ist aber noch nichts spruchreif“. Nach eineinhalb Jahren hört Spike Streefkerk Ende Juni als Wirt auf „Es war eine tolle Sache, eine schöne Zeit“, so Streefkerk, aber der Familie habe er zu viel zumuten müssen. Außerdem hat der Australier im Tonstudio, seinem ursprünglichem beruflichen Standbein, viele Anfragen, wie er erzählt.
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