Ebenso, wie sein Kreistagskollege (Weilheim-Schongau, beide seit 2008) Marcus Reichenberg sieht Klaus Breil die Notwendigkeit einer sich ändernden Politik in Deutschland. "Eine Renaissance der Marktwirtschaft" sieht jedoch bei der FDP anders aus als bei den Grünen. Die Liberalen als Lobbyisten des Mittelstands (Industrie, Dienstleister und Handwerksbetriebe) - so sieht sich der Senior-Fondsmanager Klaus Breil in der Pflicht, diesem "Rückgrat der Wirtschaft" zu guten und fairen Rahmenbedingungen zu verhelfen.
Klaus Breil ist in Bernried am Starnberger See verheiratet und arbeitet als Branchen- und Unternehmensanalyst und Berater der Energie- und Rohstoff-Wirtschaft sowie der Luft- und Raumfahrtindustrie. Ein Mann also, der "direkt an den Unternehmen dran ist", wie er auf einer Podiumsdiskussion am Montag im Landsberger Sportzentrum vorgestellt wurde.
Sein persönliches Interesse und Engagement gilt aber vor allem der Energieversorgung und dem Klimaschutz. Sein Ziel ist es, Versorgungssicherheit unter Einbeziehung heimischer Ressourcen, Wirtschaftlichkeit und Umweltverträglichkeit zu gewährleisten. Dabei schwebt ihm vor allem die in der heimischen Region "hohes Produktionspotenzial" aufweisende Geothermie vor und zwar aufgrund ihres bis zu 90 Prozent hohen Wirkungsgrades. Klaus Breil: "In diesem Punkt muss nachgebessert werden."
Zumindest thematisch ist er da von Marcus Reichenberg nicht weit entfernt. Ökologie und soziale Verantwortung wird bei dem Weilheimer Unternehmer allerdings zur ökologischen Marktwirtschaft. Seine Politik steht für Transparenz, Bürgernähe und eine Energiewende auch im lokalen Bereich.
Politische Wende vollzogen
Eine Wende, die der 34-jährige Energieberater, Solarteur und Biokraftstoffberater und Versicherungsfachwirt sowie Inhaber zweier Firmen in seinem politischen Leben ebenfalls schon vollzogen hat. Ursprünglich folgte Reichenberg "irgendwelchen Traditionen" und wurde als 21-Jähriger sogar stellvertretender Ortsvorsitzender der CSU, war aktives Mitglied der Jungen Union. Doch dann entdeckte er grüne Themen für sich, verglich und wechselte: Seit 2005 ist Reichenberg nun bei den Grünen ("Ich lebe für diese Politik") und tritt bereits zum zweiten Mal um ein Bundestagsmandat an. Die Wirtschaftskrise begreift er als Chance, fordert ein Ende des "Casino-Kapitalismus", der durch Steuergelder gestützt werden musste, und möchte ein nachhaltiges Finanzwesen und eine Finanzreform, nach der diejenigen, die umweltbewusst konsumieren und produzieren, weniger zahlen als diejenigen, die Umwelt und Klima verschmutzen.
Zwei Kandidaten, die in einigen Zielen inhaltlich stellenweise zwar gar nicht so weit auseinanderliegen, allein deren Umsetzung und der Weg dorthin führt sie jeweils durch eine andere Welt. Gemeinsam ist den Weilheim-Schongauer Kreisräten aber der Wunsch, im nächsten Bundestag als Abgeordnete vertreten zu sein, denn "Deutschland kann es besser" (Klaus Breil) und handeln müsse man jetzt, Zeit bleibt keine! "Es geht ums Ganze" (Marcus Reichenberg).