Rammingen Zwanzig Musiker aus drei Landkreisen im Alter von 19 bis 75 Jahren haben sich vor sechs Jahren unter der Regie von Max Pfluger aus Markt Wald zusammengetan, um die hohe Kunst der Blasmusik bis zur Perfektion zu steigern. 250 begeisterte Fans der Blaskapelle Max Pfluger kamen jetzt zum Jahreskonzert nach Rammingen. Und der Chef hatte eine Überraschung parat: Erstmals wurde die von ihm verfasste „Elmar-Polka“ in der Öffentlichkeit aufgeführt.
Vor allem böhmisch-mährisch
Die Musiker haben sich vornehmlich der böhmisch-mährischen Blasmusik verschrieben, dem Ursprung der heutigen Blasmusik. Zusätzlich zu den Probeabenden in ihren Stammkapellen üben die Musiker jeden Sonntag mit Max Pfluger.
Und so wurde das Konzert zu einer Gala, wobei nicht nur die ganze Kapelle, sondern auch die Solisten überzeugten: Franz Mayer (Oberrieden) brillierte mit seinem Tenorhornsolo „Andy spielt auf“ aus der Feder von Alexander Pfluger mit technischer Perfektion und bezauberndem Klangvolumen, in der weiteren Folge dieser Komposition war es dann Roman Ohneberg (Zaisertshofen), der den Solisten absolut synchron im Duett ergänzte.
Ebenso perfekt wurde von Franz Mayer der Solopart bei der „Zimmermann-Polka“ vorgetragen. Mit spielerischer Leichtigkeit meisterte Christoph Schweiger (Bad Wörishofen) die schwierigsten Passagen beim „Gesang der Lerche“ von Miroslav Cisar: ein Nachwuchstalent mit der Unbekümmertheit der Jugend.
Alois Ledermann (Kirchdorf) und Max Pfluger jun. (Anhofen) teilten sich die Soloparts beim „Noc a Samota“ von Zdenek Gursky. Die Erfahrung des Altmeisters Ledermann und perfekte Intonation des jungen Trompeterkollegen ließen dieses Werk im überfüllten Saal des Gasthauses „Stern“ förmlich erstrahlen.
Werner Mattis (Salgen), Jürgen Schmid (Wiedergeltingen) und Adalbert Auer (Kirchheim) spielten sich mit dem „Posaunistenglanz“ in die Herzen der Zuhörer.
Abschied von zwei Sängerinnen
Eine Vielzahl an glanzvollen Höhepunkten prägten diesen Konzertabend, darunter die Uraufführung der Eigenkomposition von Max Pfluger: die „Elmar-Polka“. Damit erfüllte sich der Dirigent einen lang gehegten Wunsch: „Nachdem ich nun in Rente bin, habe ich endlich die Zeit zum Komponieren.“ Die Polka für Mittelstufen-Kapellen stellt besondere Anforderungen an die Bläser. Nachfragen von Musikern, die sie gerne in ihren Kapellen spielen würden, seien bereits eingegangen, erzählte der Komponist. Und Max Pfluger will auch weiterhin zur Feder greifen.
Trotz aller Freude gab es doch einen Wermutstropfen. Die beiden Sängerinnen Monika Mischka und Marianne Wengler (beide aus Markt Wald), die auch die beiden Tourneen auf die Azoren begleiteten, wurden nach drei Jahren verabschiedet. Ihnen wurde der Stress ganz einfach zu viel; sie bleiben aber Max Pfluger im Kirchenchor Markt Wald erhalten.