Ettringen Alle Jahre wieder pünktlich zum Frühlingserwachen der Natur lädt der Musikverein Siebnach ein zu seinem Jahreskonzert. Gerne hat Ehrenvorsitzender Hermann Pfandzelter wieder seine Aufgabe übernommen, den Bühnenraum mit Blumenschmuck und Ostereiern phantasievoll zu dekorieren, während sein Sohn Peter als Vorsitzen der das knapp vierzigköpfige Orchester über Wochen des Probens motiviert, angetrieben und eingestimmt hat auf den Auftritt vor großem Publikum.
Ein solches „Unternehmen“ in einem kleinen Ort wie Siebnach lässt den Kraftakt aller Beteiligten durchscheinen, der dahinter steckt. Die Messlatte der Erwartungen liegt hoch, dafür haben die Musiker durch ihr Programm der Vorjahre selbst gesorgt – allerdings auch der Publikumszuspruch. So war der Saal im Gasthof Kreuz bis auf den letzten Platz gefüllt. „Was für eine schönere Belohnung kann es für uns geben als dieses Interesse“, sagte Peter Pfandzelter sichtlich beeindruckt.
Dann aber wurde es ernst – oder besser: unterhaltsam. Auf dem Programm standen unter anderem Kompositionen von André Rieu. Das Repertoire des Abends entsprach dem jahreszeitlich munter-fröhlichen Bild eines bunten Blumenstraußes. Vorwiegend jugendlich waren die Kompositionen, die es prägten. Vom bekannten „Highland Cathedral“ über Barockmusikanklänge und Walzer ging es querbeet bis zum „Eighties Flashback“ mit Hits von Michael Jackson, Survivor und Bon Jovi.
Erstaunlich für den unvoreingenommenen Zuhörer war, wie gut sich solche Stücke für das vermeintlich der Tradition verpflichtete Blasorchester arrangieren lassen. „Über die Musikauswahl haben wir demokratisch abgestimmt“, erklärte Pfandzelter. Und bevor es in Form von mehreren Zugaben doch noch Marschmusik zu hören gab, intonierte das Orchester das alles erhellende und längst klassische „Music was my first love“ von John Miles als krönenden Abschluss. (stn)