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Brandstiftung: Auf der Suche nach dem Warum

Brandstiftung

Auf der Suche nach dem Warum

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    Brandlöschung bei strömenden Regen: In der Nacht auf den vergangenen Montag waren mehrere Feuerwehren aus dem Umland mit der Löschung eines Brandes in Wiedergeltingen beschäftigt. Als mutmaßlicher Brandstifter entpuppte sich in den Morgenstunden der 71-jährige Hausherr. Foto: Matthias Eichler
    Brandlöschung bei strömenden Regen: In der Nacht auf den vergangenen Montag waren mehrere Feuerwehren aus dem Umland mit der Löschung eines Brandes in Wiedergeltingen beschäftigt. Als mutmaßlicher Brandstifter entpuppte sich in den Morgenstunden der 71-jährige Hausherr. Foto: Matthias Eichler Foto: Matthias Eichler

    In der Nacht von Sonntag auf Montag hat ein Großbrand in Wiedergeltingen die versammelten Feuerwehren aus der Umgebung und die Polizei auf Trab gehalten. Ein komplettes Wohnhaus in der Friedhofstraße stand lichterloh in Flammen. Zu dem Großbrand waren die Feuerwehren aus Bad Wörishofen, Wiedergeltingen, beide Wehren aus Türkheim, Buchloe, Amberg gekommen. Dazu noch Rettungswägen, ein Notarzt, das Technische Hilfswerk. Ein Großaufgebot, wie es nur in Ausnahmefällen zusammengerufen wird. Das alleine schon ist bereits ein Ereignis, das sich für alle Beteiligten in den Köpfen festsetzen wird. Dass diesen Vorfall mit Sicherheit keiner der Rettungskräfte vergessen wird, hat jedoch nochmals einen anderen Grund.

    Denn als kurz nach Mitternacht die von den Anwohnern alarmierte Polizei und Feuerwehr eintrafen, galt deren Aufmerksamkeit vor allem eines: den Hauseigentümer zu retten. Der 71-Jährige, der alleine in dem Haus wohnte, schwebte, wie die Rettungskräfte glaubten, in höchster Lebensgefahr. Dessen Familie, die auf demselben Grundstück, aber in einem anderen Haus wohnt, hatte den Rettern Bescheid gegeben, dass er sich in dem Haus aufhalten müsse.

    Das Problem: Von dem älteren Mann war nichts zu sehen. Auch nicht mit den Wärmebildkameras der Freiwilligen Feuerwehr Bad Wörishofen, mit denen das stark verrauchte Hausinnere nach Überlebenden abgesucht wurde. Als zusätzlich schwierig gestaltete sich für die Retter die Suche nach dem Mann, weil die einzige Verbindung zwischen den beiden Stockwerken ein Aufzug war, der bei dem Brand nicht mehr funktionierte. Die Atemschutztrupps der Feuerwehren bahnten sich trotzdem ihren Weg durch das Gebäude. Trotzdem: keine Spur vom Hausherrn.

    Wie wenig ihm überhaupt noch von seinem Haus übrig bleiben sollte, zeigte sich, nachdem der Brand unter anderem mit dem Einsatz einer Drehleiter gelöscht worden war. Die gesamte untere Etage brannte komplett aus, auch die oberen beiden Etagen sind stark ramponiert. Zudem verbrannten zwei in der Garage abgestellte Autos. Rund anderthalb Stunden dauerte es, bis der Brand bei strömendem Regen gelöscht werden konnte. Der von der Polizei geschätzte Gesamtschaden liegt bei 300 000 Euro. Dort, wo früher ein Wohnhaus stand, bot sich den Betrachtern nun ein Bild der Verwüstung.

    Erst in den Morgenstunden sollten die Feuerwehren trotzdem noch Bekanntschaft mit dem verschollen geglaubten Hauseigentümer machen. Als sie auf der Suche nach ihm einen Geräteschuppen aufbrachen, fiel ihnen eine Dachbox auf, wie sie für Skitouren ans Autodach angebracht wird. In eben jener hielt sich der Mann versteckt - mit einem Schlauch, der aus der Kiste herausragte, hatte er sich genügend Atemluft verschafft und wollte wohl abwarten, bis die Rettungskräfte sein Grundstück verlassen haben würden. Welche Rolle er tatsächlich bei dem Brand gespielt hatte, gab er gegenüber den Polizisten auf der Dienststelle zu: Er hatte den Brand gelegt und sein Haus angezündet. Danach hatte er sich im Geräteschuppen versteckt und wartete dort. Bis die Flammen loderten. Bis Polizei und Feuerwehr eintrafen. Bis das Feuer gelöscht war. Bis man ihn fand und auf die Polizeiwache mitnahm.

    Polizei schließt Brandstiftung als Tatmotiv aus

    Das Motiv für die Tat scheint noch unklar zu sein, die Polizei geht derzeit jedoch weder von Versicherungsbetrug noch von dem Vorhaben aus, dass der Mann jemanden verletzen wollte: Dass zu dem Tatzeitpunkt niemand außer ihm auf dem Grundstück war, wusste er wohl. Im Gespräch mit ihm stellten die Beamten jedoch eine, wie es heißt, große persönliche Verzweiflung fest. Derzeit befindet er sich in Untersuchungshaft in Memmingen. Die Ermittlungen hat die Kriminalpolizei Memmingen übernommen. Von Florian Eisele

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