Startseite
Icon Pfeil nach unten
Mindelheim
Icon Pfeil nach unten
Pfaffenhausen
Icon Pfeil nach unten

Baujahr 1933

Mindelheim

Baujahr 1933

  • |
  • |
  • |
    Baujahr 1933
    Baujahr 1933

    Zunächst hatten die Bayerischen Motorenwerke (BMW) Autos unter der Lizenz der britischen Firma Austin produziert. Um das Jahr 1931 begann man in München den ersten eigenen Wagen zu entwickeln. Man nannte ihn BWM AM 1 - "Ausführung München 1". Das Fahrzeug wurde weiterentwickelt bis zum Typ AM 4 - dem Modell, das Alois Hölzle besitzt. Sein BMW wurde 1933 gebaut, mit der "Sonderfarbe" braun.

    Einst hatte Hölzles Fahrzeug einem Malermeister aus Berlin gehört. Damit es während des Kriegs nicht beschlagnahmt werden konnte, schraubte dieser es auseinander und versteckte die einzelnen Teile. Erst 1970 sei das Auto wieder ausgepackt worden, in Ost-Berlin, erzählt Alois Hölzle. Ein DDR-Bürger habe das Fahrzeug gekauft und schließlich um die Wendezeit restauriert. Vor zwei Jahren bot der Besitzer es im Internet zum Verkauf an. Alois Hölzle sah das Auto, schickte einen Gutachter hin und holte sich dann das "Schnäppchen", wie er sagt.

    Auch wenn es wohl nur noch eine Handvoll solcher Autos in Deutschland gibt, seien sie nicht so teuer wie andere Oldtimer, deren Preise in sechs- oder siebenstelligen Bereichen liegen, erklärt Hölzle.

    Den Wert eines gut erhaltenen AM 4 schätzen Fachleute auf 15 000 bis 25 000 Euro. Der Grund für den relativ niedrigen Preis: Der BMW AM 4 mit seinen 20 PS und einer Höchstgeschwindigkeit von knapp 80 Kilometern in der Stunde ist nichts für Fahrer, die mit schnellen Autos an Oldtimer-Rallyes teilnehmen wollen.

    "Pressieren darf es nicht mit dem BMW AM 4", sagt Alois Hölzle. Zwischen fünf und zehn Minuten dauert es, den Oldtimer startklar zu machen. "In die Autos von heute sitzt man sich einfach rein und fährt los", so Hölzle. "Bei meinem AM 4 ist das anders." Wasser, Öl und Luftdruck müssen ebenso kontrolliert werden wie Seilzugbremsen, Keilriemen oder Lenkrad. Und ab und zu ist auch irgendwo etwas locker. "Teile anschrauben gehört bei einem Oldtimer einfach dazu", sagt Alois Hölzle.

    Doch genau das sei es auch, was die Faszination der Oldtimer ausmache: einen alten Motor könne man schneller wieder zum Laufen bringen als einen modernen mitsamt seiner Technik. "Und dann kommt sehr viel Nostalgie hinzu, die die Faszination beflügelt", erklärt Hölzle. Der Oldtimer-Fan wollte schon immer ein Vorkriegsauto haben und weil er 25 Jahre lang für BMW gearbeitet hat, hat der 65-jährige Hölzle nach eigenen Worten auch einen persönlichen Bezug zu der Marke.

    Auch anderen gefalle das braune Auto, so Hölzle: "Ist das was Nettes, sagen die Leute immer!" Und wer einen zweiten Blick wagt, erkennt außergewöhnliche Details: Da ist die Regenrinne entlang des Daches, das Lederriemchen zum Tür öffnen, der ausklappbare Winker, der zeigt, dass man abbiegen will, oder der Tacho, bei dem statt einer Nadel eine sich drehende Walze die Geschwindigkeit anzeigt - der AM 4 ist eben ein echter Oldtimer.

    Diskutieren Sie mit
    XXX 0 Kommentare
    hier kommen komentare rein
    Dieser Artikel kann nicht mehr kommentiert werden