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Landvolktag: Behutsam mit der Schöpfung umgehen

Landvolktag

Behutsam mit der Schöpfung umgehen

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    Einen behutsameren Umgang mit der Schöpfung und maßvolleren Konsum mahnten an (von links): Finanzstaatssekretär Franz Josef Pschierer, die KLB-Dekanatsvorsitzenden Martina Hochwind und Hans Mayer, Landrat Hans-Joachim Weirather (dahinter) , Referent Dr. Clemens Dirscherl, Kreisbäuerin Margot Walser und Ingrid Fickler, Katholischer Frauenbund.
    Einen behutsameren Umgang mit der Schöpfung und maßvolleren Konsum mahnten an (von links): Finanzstaatssekretär Franz Josef Pschierer, die KLB-Dekanatsvorsitzenden Martina Hochwind und Hans Mayer, Landrat Hans-Joachim Weirather (dahinter) , Referent Dr. Clemens Dirscherl, Kreisbäuerin Margot Walser und Ingrid Fickler, Katholischer Frauenbund. Foto: Foto: iss

    Zaisertshofen Einen behutsameren Umgang mit der Schöpfung, ein anderes Konsumverhalten sowie striktes Energiesparen empfahlen die Teilnehmer einer Gesprächsrunde auf dem 39. Unterallgäuer Landvolktag in Zaisertshofen. Man war sich einig: „Immer mehr Menschen wollen vom selben Acker essen. Dies ist auf Dauer nicht möglich, ohne den Gürtel enger zu schnallen.“

    Der Kundgebung im Gasthaus „Krone“ war ein Gottesdienst mit Weihbischof Anton Losinger vorausgegangen. In seiner Predigt lehnte er den Einsatz von Biopatenten in der Landwirtschaft vehement ab. Es herrschte Bedauern, dass er an der folgenden Diskussion zum Thema „Um Gottes willen: die Schöpfung“ nicht teilnahm.

    Mit der Schöpfung lasse sich nicht spielen

    Die Botschaft des ersten Redners, Dr. Clemens Dirscherl aus Künzelsau: „Die Schöpfung nach dem Willen Gottes mit Augenmaß nutzen und sie bewahren“ – bei der Gentechnik ebenso wie bei der Produktion von Biomasse und der Ernährung. „Als Christen haben wir die Pflicht, eine Balance zu finden“, so der von der evangelischen Kirche Deutschlands für Landvolkfragen Beauftragte. Schöpfung sei mehr als Schalten und Walten der Menschen. Mit ihr lasse sich nicht spielen. Vieles, was Gentechnik ermögliche, sei bestimmt nicht im Sinn des Schöpfers. „Niemand braucht Erdbeeren von der Zugspitze“, sagte Dirscherl.

    Finanzstaatssekretär Franz Josef Pschierer – „noch nie ein glühender Verfechter für den Ausstieg aus der Atomkraft“ – sieht in der Energiewende eine gewaltige Herausforderung für Politik und Wirtschaft. Entscheidend sei neben Sparmaßnahmen ein Ausbau erneuerbarer Energien. Heftig ging er mit der Doppelmoral ins Gericht. „Atomausstieg ja, aber Windräder nicht vor meiner Haustür“, sei oft zu hören. „Einen Tod muss man halt sterben.“ Josef Neher, stellvertretender KLB-Landesvorsitzender, gab ihm recht: „In Sachen Energiewende wurde ein Feindbild aufgebaut, das nur schwer wieder auszulöschen ist.“

    Landrat Hans-Joachim Weirather wies auf das Energiekonzept des Landkreises hin. Im Unterallgäu betrage der Anteil erneuerbarer Energien am Strom etwa 34 Prozent, informierte er. „Bei einer möglichen Steigerung auf 50 bis 60 Prozent kommen wir an der Windkraft nicht vorbei.“ Wie Gemeinderat Roman Ohneberg aus Tussenhausen erklärte, setze der Markt bereits auf Windenergie und sei dabei, geeignete Standorte zu suchen. „Wir müssen unsere Kinder besser aufklären und ihnen das Energiesparen vorleben.“

    Kreisbäuerin Margot Walser sprach über „Dörfer ohne Bauernhöfe“, mahnte bei Verbrauchern mehr Wertschätzung für die Landwirtschaft an und forderte sie auf, auch an den Wert der Nahrung zu denken.

    Hans Mayer organisierte den Tag zum letzten Mal

    Dekanatsvorsitzender Hans Mayer, der die Veranstaltung letztmals organisierte, hat kein Verständnis für die pastorale Raumplanung. Angesichts eines akuten Priestermangels im Bistum und dem Einsatz von 101 indischen Seelsorgern bestehe ohne Zweifel dringend Handlungsbedarf. Bedenklich finde das Landvolk nur die Auflösung gewachsener Strukturen und die „Entmachtung“ der seit Jahren ehrenamtlich tätigen Laien.

    Als Lösung für den Priestermangel brachte Ingrid Fickler (Katholischer Frauenbund) den Einsatz von „Viri probati“ – verheirateter, „bewährter“ Männer als Priester – ins Gespräch. Annemarie Mayer gab sich selbstbewusst. „Wir halten an Wort-Gottes-Feiern fest“, sagte die Zaisertshofener Pfarrgemeinderätin unter Beifall. Applaus gab es auch für die Flossachtaler Musikanten, die für gute Stimmung sorgten.

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