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Kultur: Das bayerische Feng Shui

Kultur

Das bayerische Feng Shui

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    Fünf Musiker mit 18 Instrumenten: Die Gruppe „Fei scho“ trat in Rammingen auf. Angela Lex, Juri Lex, Martin Lidl, Anschi Hacklinger und Stefan Straubinger (von links) spielten „Alpine Weltmusik“.
    Fünf Musiker mit 18 Instrumenten: Die Gruppe „Fei scho“ trat in Rammingen auf. Angela Lex, Juri Lex, Martin Lidl, Anschi Hacklinger und Stefan Straubinger (von links) spielten „Alpine Weltmusik“. Foto: Foto: Stegen

    Rammingen „Alpine Weltmusik“ war dieses Mal angesagt im Ramminger Braustadel. Was des is, des wissen’s „Fei scho“!? Womit wir dann schon bei den Künstlern selbst angelangt wären: „Fei scho“ eben. In Bremen, wo sie kürzlich gespielt hätten, könne sich das Publikum allerdings gar nichts darunter vorstellen, gab Juri Lex, einer der Fünf, zu.

    Fünf Musiker auf 18 Instrumenten

    Aber auch im Bayerischen ist die Sprachgrenze mit den zugehörigen Vokabeln fließend, wie der Dialog mit den Zuhörern zeigte. „Fei“, sprachsimpelt Juri zwischendurch, lasse sich vielleicht vom Lateinischen „finis“ oder von Goethes „Fein“ herleiten, nicht auszuschließen sei aber auch, „dass Fei scho das Bayerische ‘Feng Shui’ ist“.

    So weit die kühne Theorie. Doch hauptsächlich boten „Fei scho“ in Rammingen Praxis – und die zweifelsfrei „Ungrantig“, so der Titel des Programms. In Zahlen: fünf Musiker auf 18 Instrumenten. Das zwar beeindruckende aber zunächst nüchterne Verhältnis steht für ein Stil- und Musikgattungen verbindendes Klanguniversum.

    Traditionelle Bauerntanzrhythmen à la Landler wechseln gelegentlich fließend mit Funk- und Jazz-Phrasierungen. Dabei ist die Instrumentierung schon ziemlich ausgefallen: „Als Stefan Straubinger eines Tages mit seiner Drehleier zur Probe kam, hat’s uns die Schuhe ausgezogen“, kommentiert Juri Lex die Leidenschaft seines Bandkollegen. Er selbst spielt abwechselnd Geige, Mandoline und Tuba, während die seit jenem Tag schuhlos oder barfuß gebliebene Anschi Hacklinger energisch den Kontrabass bearbeitet oder auch einmal zur Melodika greift. Das Team komplettieren Angela Lex mit einem Arsenal verschiedener Flöten und Martin Lidl mit Trommeln, Percussion, vorwiegend aber mit seiner Gitarre, die streckenweise die unverwechselbar jazzige Tonalität befördert.

    Welche Bandbreite an Stimmungen die Fünf auf diese Weise in den Stadel zu zaubern vermögen, zeigt sich an einem Stück wie dem „Opa-Landler“ zu Ehren von Juris Opa, der auch Musiker und ein großer Western-Fan gewesen sei. Da gelingt die filmreife Blende vom Dorf-Tanzboden zu Sergio Leones „Spiel mir das Lied vom Tod“.

    Der Braustadel als Kultstätte und Kulturtempel

    Es bleibt allerdings nicht bei eingestreuten Anleihen aus dem (Wilden) Westen, auch der Orient ist in den folgenden Stücken nicht fern. Das etwas verhalten begonnene Konzert zog das Publikum zusehends in seinen Bann. Am Ende wollte es „Fei scho“ gar nicht mehr gehen lassen. Der Braustadel als Kultstätte und Kulturtempel: Diese Vision von Organisator Tscharlie Hemmer und seinem Team war wieder einmal wahr geworden.

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