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Brauchtum: Der Name Josef wird zur Rarität

Brauchtum

Der Name Josef wird zur Rarität

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    Josef Ziegenaus aus Pfaffenhausen setzt sich als Mitglied der „Königlich Bayerischen Josefspartei“ dafür ein, dass der Josefstag wieder ein Feiertag wird.
    Josef Ziegenaus aus Pfaffenhausen setzt sich als Mitglied der „Königlich Bayerischen Josefspartei“ dafür ein, dass der Josefstag wieder ein Feiertag wird.

    Unterallgäu Wenn heute am 19. März der Name Josef im Kalender steht, dann ist dies nicht irgendein Namenstag. Zwar nimmt die Gattung der Josef-Namensträger mangels Nachwuchses allmählich ab. Glanz und Mythos des alten Namens leben jedoch weiter.

    Auch wenn der „Josefatag“, wie er im Unterallgäu heißt, im Gegensatz zu früher ein normaler Tag geworden ist, so hat er doch einen besonderen Ruf. Immerhin war der Josefstag lange Zeit ein markanter staatlicher und kirchlicher Feiertag. Nicht umsonst erfreuen sich deshalb auch heute noch die Josefi-Konzerte oder die Josefi-Bockbierfeste großer Beliebtheit.

    Der heilige Josef machte in der Kirche und in Bayern buchstäblich Karriere. Im Jahr 1870 wurde Josef zum Schutzheiligen der ganzen Kirche ernannt. Papst Pius XII. hat 1955 das Fest „Heiliger Josef, der Arbeiter“ eingeführt, ein Gedenktag, der den Nährvater Jesu mit dem (weltlichen) Tag der Arbeit am 1. Mai in Verbindung bringen sollte. Der 19. März blieb jedoch der eigentliche „Josefstag“. Allerdings war er bereits 1921 als offizieller Feiertag in Bayern abgeschafft worden. Bis 1969 war er als kirchlicher und arbeitsfreier Feiertag „staatlich geschützt“. Für die katholische Kirche ist der Tag des heiligen Josef immer noch ein „Hochfest“.

    Der heilige Josef ist Schutzherr zahlloser Namensträger und vieler Pfarrkirchen, Klöster oder Kapellen. Auch Ordensgemeinschaften, wie zum Beispiel die Sankt-Josefskongregation Ursberg, tragen seinen Namen. In den Kirchen finden sich zahlreiche „Josefsaltäre“. Im Frömmigkeitsleben der Katholiken ist er der Patron für einen guten Tod und als Pflegevater Jesu der Patron der Erzieher. Er gilt als Schutzheiliger der Zimmerer, Schreiner, Wagner und Holzfäller. Josef wird meist mit Beil, Säge und Winkel dargestellt, da er der Überlieferung nach ein Zimmermann war.

    Besonders in Bayern war der Name Josef einst weit verbreitet. Er wurde zum bayerntypischen Namen schlechthin. Es gab kaum eine Familie ohne mindestens einen Josef oder eine Josefa. In manch ländlicher Runde haben heute noch die (meist schon älteren) Josefs eine klare Mehrheit. Der aus dem Hebräischen stammende Name wandelte sich hier bei den Männern zum Sepp, Bepp, Seppi, Seff, Seppl oder Jodl. Auch der Joe kam dazu. Die weiblichen Gegenstücke sind die Peppi, Josefine, Finni und die Josefa. Aus nördlichen Gefilden kennen wir den Jupp.

    In unseren Tagen gehört der Vorname Josef nicht mehr zu den bevorzugten Namen. Er droht sogar auszusterben. Doch diejenigen, die so heißen, sind allgemein stolz auf ihren Vornamen und feiern deshalb immer noch selbstbewusst ihren Namenstag. Sogar einen eigenen „Josefs-Verein“ gibt es in Bayern. Dessen Hauptziel ist es, den Josefstag wieder zu einem Feiertag zu machen.

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