Startseite
Icon Pfeil nach unten
Mindelheim
Icon Pfeil nach unten
Mindelheim
Icon Pfeil nach unten

Medizin: Die Kreiskliniken kommen richtig in Fahrt

Medizin

Die Kreiskliniken kommen richtig in Fahrt

  • |
  • |
  • |
    Die Kreiskliniken kommen richtig in Fahrt
    Die Kreiskliniken kommen richtig in Fahrt

    Mindelheim Die Kreiskliniken haben im Vorjahr mit einem Fehlbetrag von 4,3 Millionen Euro abgeschlossen. Das gab Vorstand Franz Huber auf Anfrage der Mindelheimer Zeitung bekannt. Damit haben die Krankenhäuser in Mindelheim und Ottobeuren deutlich besser abgeschnitten, als dies noch zu Beginn des Jahres erwartet worden war. 2011 war mit einem Verlust von 4,9 Millionen Euro kalkuliert worden.

    Die Chirurgie in Ottobeuren legt um 19 Prozent zu

    Das Haus in Mindelheim hat mit einem Minus von 2,461 Millionen Euro abgeschlossen, Ottobeuren mit 1,88 Millionen Euro. Der Jahresabschluss ist laut Huber bereits von den Rechnungsprüfungsausschüssen für den Landkreis und das Kommunalunternehmen Kreiskliniken geprüft worden. Im Mai soll der Bericht im Verwaltungsrat der Kreiskliniken festgestellt werden.

    Das letzte Quartal 2011 sei überdurchschnittlich günstig verlaufen, betonte Huber. Insgesamt sei die Zahl der Leistungen, die abgerechnet werden konnten, um neun Prozent angestiegen. „Wir hatten ein starkes letztes Quartal“, so Huber.

    Der positive Trend hält auch heuer an. Das erste Quartal 2012 lag bei der Zahl der Abrechnungen in Ottobeuren um 27 Prozent über jenen des ersten Quartals 2011. Mindelheim vermeldet ein Plus von zehn Prozent im gleichen Zeitraum. Insgesamt seien das 500 Patienten mehr als im ersten Quartal 2011.

    In Mindelheim spürt das Krankenhaus besonderen Auftrieb durch den Bad Wörishofener Orthopäden Dr. Georg Krämer. Er operiert seit Januar im Krankenhaus, sagt Huber, der mit mehr als 200 Patienten im Jahr rechnet. Das Gros von ihnen kommt aus dem Unterallgäu. Um fünf Prozent steigerte die Unfall- und Viszeralchirurgie von Dr. Oliver Schnackenburg ihre Fallzahlen.

    In Ottobeuren legte die Chirurgie um 19 Prozent zu mit den beiden Chefärzten Dr. Tilmann Esslinger und Dr. Reinhold Lang. Esslinger hat laut Huber als Sportmediziner zahlreiche junge Patienten an das Krankenhaus Ottobeuren binden können. Einen besonderen Anteil am Erfolg hätten die Chefärzte Inneres Dr. Peter Steinbigler und Dr. Christoph Weitzel. Zwischen 2008 und 2011 habe die Innere Abteilung einen Million Euro zusätzlich erlöst. Dies ist laut Huber dem kardiologischen Schwerpunkt zu verdanken. „Wir konnten höherwertigere Fälle in Ottobeuren behandeln.“ Die Aufregung der vergangenen Jahre über die Entwicklung der beiden Krankenhäuser könne er nicht nachvollziehen, betonte Huber.

    Im August 2011 war in Ottobeuren die Abteilung Augenheilkunde hinzugekommen. 250 Patienten seien seither stationär behandelt worden. Das sei deshalb so wichtig, weil diese Patienten zu einem erheblichen Teil aus einem größeren Einzugsgebiet nach Ottobeuren kommen. Aus dem Westallgäu, aus dem nahen Baden-Württemberg, aus Ulm und Aalen kämen die Patienten, die sich womöglich auch später hier behandeln lassen werden.

    Im Juni 2012 wird Ottobeuren Notarztsitz. Ein Gutachten des Rettungszweckverbandes rechnet mit 750 Einsätzen im Jahr. Das werde dem Krankenhaus Patienten zuführen. Die Klinik-Mediziner übrigens hätten sich alle bereit erklärt, den Notarztdienst mit zu schultern.

    Im Juni wird in Ottobeuren der Chefarzt Anästhesie, Dr. Wolfgang Hofacker, ausscheiden. Die Nachfolge übernimmt laut Huber der Mindelheimer Chefarzt Dr. Manfred Nuscheler, der künftig für beide Häuser sorgen wird.

    Über die positive Entwicklung der Krankenhäuser hat die Klinikumsleitung vor Ostern die Mitarbeiter informiert. Der Ärztliche Direktor Dr. Peter Steinbigler und Pflegedirektor Stanislav Koren betonten darin, dass sie die beiden Krankenhäuser auf einem sehr guten Weg sehen.

    Deutliche Unterfinanzierung aller Kliniken in Deutschland

    Vorstand Huber beschreibt die Belegschaft als „super motiviert“. Dazu beigetragen habe eine Zukunftswerkstatt im Dezember in Mindelheim. 70 Vertreter aus dem Krankenhaus, von Patienten und Angehörigen sowie von niedergelassenen Ärzten hatten sich ausgetauscht. Um verbesserte Abläufe und um noch zufriedenere Kunden gehe es. Da sehen sich die Klinken auf einem guten Weg.

    Und doch hängen die Krankenhäuser von Rahmenbedingungen ab, die sie nicht beeinflussen können. Die Tarifabschlüsse bedeuten für 2012 ein Mehr an Lohnkosten von 800 000 Euro. Abgedeckt durch die Kassen werden lediglich Kostensteigerungen von 1,48 Prozent.

    Diskutieren Sie mit
    XXX 0 Kommentare
    hier kommen komentare rein
    Dieser Artikel kann nicht mehr kommentiert werden