Kirchheim So wie sich die Lehrer an viele ihrer Schüler erinnern, so bleibt den Schülern auch mancher Lehrer samt seinen Eigenarten in Erinnerung. Hauptschullehrer Erich Rueß aus Weißenhorn ist zum Beispiel in Pfaffenhausen immer noch als mundartdichtender Pädagoge ein Begriff.
Bis zum Jahr 1993 war er im Unterallgäu fast 13 Jahre lang als Lehrer tätig gewesen. Damals hat er sich mit seiner Reimkunst auch im Vereinsleben zu Wort gemeldet. Als er wieder in „sein“ Grafertshofen bei Weißenhorn heimgekehrt war, machte er sich dort als Heimatpoet und Kolumnenschreiber einen Namen. Rueß wurde als Autor heimatkundlicher und historischer Beiträge bekannt, er arbeitete bei der renommierten „Matzenhofer Schwabengilde“ mit und schrieb häufig Zeitungskolumnen in der Neu-Ulmer und Illertisser Zeitung unter dem Pseudonym „Wendelin Säckler“.
Bei zahlreichen Lesungen in Mittelschwaben, im benachbarten Württemberg und im Unterallgäu war der reimende Lehrer des Jahrgangs 1953 ein gern gehörter Mundartautor. Den Bezug zu Pfaffenhausen und zum Unterallgäu hat Rueß nie verloren. Mit Uli Niedermair aus Krumbach und Manfred Kraus aus Apfeltrach sind an der Pfaffenhausener Mittelschule immer noch zwei Kollegen und „Brüder im Geiste“ tätig, mit denen Erich Rueß immer wieder bei unterhaltsamen Mundart-Veranstaltungen im originellen Dreierpack auftritt.
Nun kommt der Weißenhorner Mundart-Poet als Solist zurück ins Unterallgäu und macht in Kirchheim Station. Mundartfreunde dürfen sich freuen. Rueß stellt nämlich seinen neuen Gedichtband mit den hintersinnigen Titel: „Em Schullehr’ isch nix eig’falla.... em Maurer allz!“ vor. Es ist eine Zusammenfassung seiner Werke, von denen auch etliche in seiner Pfaffenhausener Zeit entstanden sind.
In dem 106-seitigen Büchlein reihen sich in bestem Weißenhorner Schwäbisch hintergründige Gedichte, amüsante Anekdoten und lustige Sinnsprüche. Mit mehrdeutigen Begriffen, queren Gedanken und pfiffigen Wortspielen spiegelt er das Leben in allen Facetten. Über einen „fallenden Barometer“ oder einen „gesprengten Rasen“ zum Beispiel kann Rueß gar trefflich sinnieren.
So führt der Autor kreuz und quer durch den Schulalltag mit all seinen Erlebnissen und Weisheiten. Erich Rueß geht dann weiter „durch’s Jaur dur’“ – vom „Fasnachtssprecha“ bis auf „Weihnächta“ zu – und endet vieldeutig in der „stilla Zeit“ mit ihrem Rummel und dem „Gedränge an der Krippe“.
Auftritt Mundartdichter Erich Rueß liest am Samstag, 17. März im Autohaus Kriener in Kirchheim aus seinem neuen Buch. Veranstalter ist das Blasorchester Kirchheim. Die Lesung wird umrahmt von der „Dearadorfer Stüblamusik“ und einer Bläsergruppe des Orchesters. Beginn ist um 19 Uhr, Interessierte können aber auch später dazustoßen, betonen die Veranstalter.