Sie wird als Spiegel der Seele bezeichnet: An der Haut ist oft ablesbar, ob ein Mensch gestresst, wütend oder fröhlich ist. Auch Einflüsse aus der Umwelt spiegeln sich auf der Haut wider. Nach dem kalten Wetter im Winter ist die Haut ausgetrocknet und strapaziert. Und jetzt im Frühling kommt der nächste Angriff: Sonnenstrahlen gefährden sie, und zwar nicht erst im Sommer. Kosmetikerin Karin Walther-Rietsch aus Rammingen und Hautärztin Dr. Kathrin Mörstedt aus Bad Wörishofen geben Tipps, was die Haut jetzt an Schutz und Pflege braucht.
Karin Walther-Rietsch erklärt: Durch das immer größer werdende Ozonloch verstärke sich die UV-Strahlung. Den freien Radikalen der Sonne könne man durch Cremes mit Lichtschutzfaktor und Anti-Oxidantien begegnen. Auch Hautärzte raten dazu, eine Sonnencreme zu verwenden, die vor allem vor den UVA-Strahlen schützt: „Sie sind für die vorzeitige Hautalterung verantwortlich“, sagt Hautärztin Kathrin Mörstedt. Außerdem solle man nach dem Schwimmen und nach dem Sport, wenn man geschwitzt hat, nachcremen, auch bei angeblich wasserfestem Sonnenschutz: „Sonnencremes sind nicht wasserfest, auch wenn es auf der Verpackung steht.“
Zur Hautpflege gibt es außerdem verschiedene Peelings. Beim Hautarzt sollten Patienten diese jedoch nur im Herbst und Winter machen lassen – durch die konzentrierte Fruchtsäure sind die vom Hautarzt nämlich aggressiver als die von der Kosmetikerin. „Nach einem ärztlichen Peeling sollte die Haut zwei Monate lang keiner starken UV-Strahlung ausgesetzt werden“, sagt Mörstedt.
In Kosmetikstudios könne man sich dagegen jetzt bedenkenlos peelen lassen. Behandlungen mit Sauerstoff und Retinol unterstützten zusätzlich den Hautaufbau, sagt Karin Walther-Rietsch. Außerdem rät die Kosmetikerin zu Cremes mit Enzymen und den Vitaminen A, C und E.
Doch nicht nur das Gesicht, sondern auch andere empfindliche Hautpartien sollten jetzt im Frühling gepflegt werden. Bei trockenen Händen sei es wichtig, keine normale Seife zu verwenden, sondern Flüssigöle, die den schützenden Säuremantel der Haut nicht strapazieren, empfiehlt die Hautärztin. Durch trockene Heizungsluft und häufiges Händewaschen trockne die Haut nämlich schnell aus.
Auch die empfindlichen Partien an Augen und Lippen bräuchten bei niedrigeren Temperaturen noch eine Feuchtigkeitspflege. Kathrin Mörstedt empfiehlt für das Frühjahr auch Hyaluronsäure in Cremeform oder als Gel zum Spritzen, um den Feuchtigkeitsmantel der Haut von innen wieder aufzubauen. Leicht knittrige Haut werde so wieder straffer – und dann kann der Frühling kommen.