Constantin Vogg hat mit Kamerarobotern die Abwasserkanäle im Türkheimer Süd-Westen befahren und jetzt im Bauausschuss seine Ergebnisse vorgestellt. Die Fotos haben manche Räte ziemlich erschreckt.
Sein Fazit ist nicht dramatisch, aber doch deutlich: Die Rohre aus den Sechzigerjahren haben teilweise schon eine ziemlich starke Betonkorrosion. Es sind Risse und Löcher entstanden. „Im Moment ist das noch nicht bedenklich“, sagt er. „Aber wenn es einmal angefangen hat, dann beschleunigt es sich.“ Das Rohr wird geschwächt – und irgendwann bricht es. Am schlechtesten sei der Zustand in der Grüntenstraße.
Das Türkheimer Kanalnetz wird zurzeit in acht Schritten saniert. Vergangenes Jahr war der erste dran: das Gebiet südlich der Graben- und östlich der Irsinger Straße. Dieses Jahr soll es im Süd-Westen Türkheims zwischen Hochvogel-, Grünten- und Alpenstraße weitergehen.
Besonders an den Stutzen – dort, wo der Hausanschluss in den Hauptkanal mündet – gibt es Probleme: „In dem ganzen Gebiet gibt es nur zwei fachgerecht hergestellte Anschlüsse“, sagt Vogg. „Sonst hat man einfach mit Hammer und Meißel ein Loch ins Kanalrohr geschlagen.“
Wie also kann der Kanal repariert oder saniert werden? Vogg nannte im Bauausschuss verschiedene Möglichkeiten, die unterschiedlich lange andauern und natürlich auch unterschiedlich viel kosten.
Eine Reparatur der dringendsten Schäden am Hauptkanal hat Vogg auf 125.000 Euro errechnet. Dazu kommt die Sanierung der Kontrollschächte (35.000 Euro) und der Hausanschlüsse im öffentlichen Bereich (98.000 Euro). Die Korrosion, die die Betonrohre über die Jahre immer brüchiger macht, könne man so aber nicht stoppen.
Das ginge mit dem sogenannten Inliner-Verfahren, das in diesem Gebiet rund 375.000 Euro kosten würde. Dabei wird ein Filzschlauch mit Harz getränkt und durch den Kanaldeckel in das bestehende Rohr eingeführt. Ist er ausgehärtet, ist aus dem Schlauch ein neues, tragfähiges Rohr entstanden. Den Boden muss man dazu nicht aufgraben. Nach diesem Verfahren wurde vergangenen Sommer der Kanal im Süd-Osten Türkheims saniert.
Um den Kanal aber wirklich auf einen aktuellen Stand zu bringen, müsste man den Boden aufbuddeln und alle Rohre erneuern. Kosten: rund 1,51 Millionen Euro.