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Kunsthandwerk: Faszinierende Schätze in Unterkammlach

Kunsthandwerk

Faszinierende Schätze in Unterkammlach

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    Studenten der FH Erfurt kommen regelmäßig in das Mosaik- und Projektstudio van Treeck nach Kammlach, eine Außenstelle der Gustav van Treeck Werkstätten für Mosaik und Glasmalerei.
    Studenten der FH Erfurt kommen regelmäßig in das Mosaik- und Projektstudio van Treeck nach Kammlach, eine Außenstelle der Gustav van Treeck Werkstätten für Mosaik und Glasmalerei. Foto: Fotos: Kratzer

    Kammlach Alte Schätze wieder aufleben lassen – dafür schlägt das Herz von Andreas Lendeckel. Behutsam tupft er mit einem Kratzpinsel über die Glasscheibe. Der 22-Jährige ist gerade dabei, ein originalgetreues Abbild einer Engelshand aus dem 16. Jahrhundert zu erschaffen. „Sie stammt ursprünglich aus der Johanneskirche in Saalfeld“, sagt der Restaurator-Student der Fachhochschule Erfurt, der gemeinsam mit seinen Kommilitonen nach Kammlach gekommen ist.

    Dort, auf einem ehemaligen Gehöft, das heute eine Außenstelle der Bayerischen Hofglasmalerei Gustav van Treeck beherbergt, übten sich die Jungrestauratoren aus Erfurt fünf Tage lang in historischen Maltechniken.

    Spaß an Arbeit mit alten Kunstwerken

    Für Studenten wie Lendeckel sind die alten Methoden wichtiges Handwerkszeug, denn nur sie ermöglichen es, dass Kopien, wie die Engelshand auf dem Glas, dem Original einmal zum Verwechseln ähnlich sehen. Einer, der diese traditionellen Techniken bewahren will, ist Peter van Treeck. „In vielen Ländern stirbt unsere Handwerkstradition leider aus“, sagt der Geschäftsleiter der Gustav van Treeck Werkstätten für Mosaik und Glasmalerei. Vor 15 Jahren richtete der Konservator und Restaurator in Kammlach eine Außenstelle für seinen Münchner Traditionsbetrieb ein.

    Seither kommen regelmäßig Studenten der Erfurter Fachhochschule ins Unterallgäu, um unter der fachlichen Anleitung des Kunsthistorikers und Restaurators van Treeck die Kunst des Restaurierens und Konservierens zu erlernen. Student Lendeckel fasziniert die Arbeit mit alten Kunstwerken. „Ich wollte immer schon etwas Praktisches machen und in diese Richtung gehen“, sagt der Erfurter. Beruflich zieht es den 22-Jährigen ins Museum.

    Für Peter van Treeck sind es Studenten wie Lendeckel, die die traditionelle Glas- und Mosaikkunst auch in Zukunft am Leben erhalten. Im Studio in Kammlach sollen sie nach Ansicht des Kunstgeschichte-Professors fernab des Trubels und in aller Ruhe die anspruchsvolle Handarbeit einüben. Lange hatte van Treeck nach einem passenden Ort für ein Außenstudio seiner Münchner Werkstatt für Mosaik und Glasmalerei gesucht. In Unterkammlach war der 72-Jährige schließlich fündig geworden.

    Optimale Bedingungen für eine kreative Arbeit

    Neben den Erfurter Studenten kommen auch Mitarbeiter der Münchner Hauptstelle regelmäßig auf das ehemalige Gehöft am Dorfrand. Dort arbeiten und wohnen die Restauratoren dann für die Dauer eines Projekts. So entstand in Kammlach unter anderem der restaurierte und in Teilen rekonstruierte Mosaikfußboden für das Neue Museum in Berlin. Zuletzt arbeiteten die Münchner Restauratoren in dem Gebäude, das Am Eichet in Unterkammlach liegt, an einer Mosaikwand für eine Schule in der bayerischen Landeshauptstadt.

    Nach Ansicht von van Treeck bietet das abgeschiedene Gehöft optimale Bedingungen für die kreative Arbeit der Glasmaler und Mosaikkünstler. Für die Zukunft hofft der Münchner, dass dieses alte Handwerk nicht ausstirbt. Er setzt auf Studenten wie Andreas Lendeckel.

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