Bei „Schaffenslust“ können sich Menschen jeden Alters engagieren. Viele Rentner sehen darin eine sinnvolle Beschäftigung


Mindelheim Anfang 2010 rief die Freiwilligenagentur „Schaffenslust“ nach einem Bundesmodellprojekt den „Freiwilligendienst aller Generationen“ ins Leben. In diesem Rahmen verpflichten sich Freiwillige für mindestens sechs Monate für ein Engagement in einer gemeinnützigen Einrichtung. Dort arbeiten sie mindestens acht bis maximal 13 Stunden pro Woche und erhalten eine Übungsleiter- oder Anerkennungspauschale.
Einer der Freiwilligendienstler ist Horst Schindele aus Mindelheim. Er fährt seit mittlerweile einem Jahr in seiner Freizeit Kinder und Jugendliche mit Handicaps zum Turnen, Spielen oder Schwimmen. Schindele ist speziell für das Projekt EISs (Erlebte Integrative Sportschule) des Behinderten-, Versehrten- und Rehasports, eine Untergruppe des TSV Mindelheim, tätig. Gemeinsam mit nichtbehinderten Kindern arbeitetet man daran, dass die Kinder mit ihrer Behinderung besser zurecht kommen. Für Freiwilligendienstler Schindler sind Fahrdienste ein bekanntes Metier. Früher war er im Vertrieb eines Unternehmens beschäftigt. In seinem Ruhestand wollte er weiterhin aktiv bleiben. Auf der Suche nach einer Tätigkeit stieß er auf die Freiwilligenagentur. „Es ist so interessant, was die Kinder alles erzählen und wie offen sie sind“, sagt Schindler. Auch Abteilungsleiterin Erna Maria Weishäupl lobt den engagierten Pensionär: „Herr Schindele ist der beste Fahrer, den wir je hatten.“
Freude am direkten Kontakt mit den Menschen
Auch Josef Müller engagiert sich seit zehn Monaten im Freiwilligendienst, ebenfalls als Fahrer. Müller arbeitet im Kompass-Hof, einer Drogenhilfeeinrichtung, die im Kloster Lohhof angesiedelt ist. Seine Leidenschaft fürs Fahren hat der ehemalige Lastwagenfahrer auch in der Rente nicht verloren. Von Regensburg über Deggendorf bis hin zu kleineren Fahrten nach Mindelheim oder Memmingen ist Müller für den Kompass-Hof unterwegs.
Einrichtungsleiter Ary Witte sieht in Müller eine „institutionelle Größe“ und ein „Teammitglied im Sinne des Ganzen“. Vor allem die meist jüngeren Klienten genießen den Kontakt zu einem Menschen, der viel Lebenserfahrung vorweisen kann. Auch deswegen, weil der Rentner stets für alle Bewohner ein offenes Ohr hat. Dieser direkte Kontakt mit den Menschen macht die Tätigkeit für Müller so spannend. „Sie erzählen mir die unterschiedlichsten Lebensgeschichten und akzeptieren mich voll und ganz“, sagt der Rentner, der für viele Bewohner ein Vorbild ist. Viele Patienten sind beeindruckt, dass sich Müller freiwillig engagiert und ihnen hilft, ohne dass er dafür viel Geld bekommt.
Kontakt Informationen zum Freiwilligendienst bei „Schaffenslust“ gibt es unter Tel. 08331/96 133 95 oder per Mail unter info@fwa-schaffenslust.
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