Bad Wörishofen Sie sind angetreten, um das städtische Freibad aus seinem Dornröschenschlaf zu wecken: Kurz vor dem Beginn der neuen Badesaison am Samstag, 12. Mai, zieht Klaus Wiehen eine positive Bilanz des Schaffens. Wiehen ist der Initiator und Sprecher der Initiative „Freibad, Bürger gestalten mit“. Man habe eine „Atmosphäre pro Freibad“ in der Stadt geschaffen, sagt Wiehen.
Das städtische Freibad macht bekanntlich pro Jahr etwa eine viertel Million Euro Verlust und litt zuletzt unter Besucherschwund. Zu unrecht, wie die Mitstreiter der Initiative finden. Denn das Sonnenbüchl-Bad gilt als Kleinod unter den Freibädern. Idyllisch gelegen in einer weitläufigen Parklandschaft in einem der schönsten Teile der Stadt, könnte das Bad eigentlich eine hohe Anziehungskraft entwickeln. Also hat die Initiative seit ihrer Gründung im Juli 2011 öffentlich für das Bad getrommelt und eine Vielzahl an Verbesserungen gefordert. Die Stadt hatte im vergangenen Jahr bereits selbst vorgelegt und neue Rutschen angeschafft.
Sanierter Sprungturm und mehr Werbung
Heuer wurde renoviert, unter anderem wurde der Sprungturm saniert. Außerdem darf das Bad erstmals bis 20 Uhr öffnen. Dass dies am Eröffnungstag bereits notwendig sein wird, ist allerdings unwahrscheinlich. Die Wetterstation Hartenthal kündigt für den Samstag Regen und Temperaturen um zehn Grad an.
Insgesamt hat der Stadtrat im Haushalt für das laufende Jahr 50000 Euro für Arbeiten am Freibad verankert. Dafür dankt Klaus Wiehen ausdrücklich, da er um den Kostendruck der Stadt wisse. Die Initiative habe also einige Erfolge erzielt, betont Wiehen. Die verlängerten Öffnungszeiten und die Arbeiten an der Sprunganlage gehörten dazu. Außerdem werde der Eingangsbereich des Bades freundlicher gestaltet, die Belüftung der Sanitäranlagen verbessert. Im nächsten Jahr soll es auch ein neues Konzept für den Kiosk im Bad geben. Außerdem habe sich die Initiative für eine bessere Vermarktung des Bades eingesetzt, erinnert Wiehen. Dazu gehören neue zusätzliche Wegweiser aus dem Stadtkern zum Bad und Hinweise in den Fahrplänen der Stadtbuslinie. Neue Werbematerialien wurden hergestellt. An der Mindelheimer Straße wird bald eine große Werbetafel auf das Freibad hinweisen. Hotelier Hermann Seidenspinner habe außerdem in die Wege geleitet, dass Hoteliers und Kurheimbesitzer heuer Eintrittskarten für das Freibad kaufen und diese an ihre Gäste weitergeben, berichtet Wiehen.
Termin für den Tag der offenen Tür steht noch nicht fest
Heuer wird es zudem einen Tag der offenen Tür im Bad geben. Der Termin stehe aber noch nicht fest, er sei vom Wetter abhängig.
Allerdings hat sich die Initiative nicht mit allen Forderungen durchsetzen können. Aus Kostengründen unerledigt bleibt vorerst die komplette Erneuerung der Sprunganlage. Gleiches gilt laut Wiehen für die geforderten neuen Sanitäranlagen im Eingangsbereich. Auch die Eingangssituation sei nicht grundsätzlich verändert worden. Der Kompromiss sieht ein Hinweisschild an der Kasse zwei vor, die nur nach Bedarf geöffnet wird. Die Initiative hatte sich einen Kassenautomaten gewünscht.
Ebenfalls Zukunftsmusik bleibt das von Kämmerin Beate Ullrich ins Spiel gebrachte Naturerlebnisbad.